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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 69

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 69 (sequence 71)
Language
German
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Zur politischen Geschichte usw. 69 Recht sahen sie in der Ordinierung die Bürgschaft des Fortbestandesder Gtteslehre im jüdischen Volke. Es genügte den Feinden nicht, dem ordinierenden Meister und seinen Schülern den Tod anzudrohen; auch die Stadt, in der die Ordination vorgenommen würde und ihr ganzer Bezirk sollte vernichtet werden"). Wenn die eigene Gefahr die Gelehrten nicht schreckte, so sollte die Rücksicht auf die Bevölkerung eines ganzen Stadtgebietes sie bestimmen. Aber nachdem das Geschlecht der alten Meister unter den Händen römischer Henker immer mehr dahin sank, fürchtete der greise R. Jehuda ben Baba, dass bald kein ordinierter Lehrer mehr da sein werde; deshalb beschloss er, unbekümmert um die Gefahr, die Schüler zu ordinieren. Um aber den Römern keinen Vorwand zu geben, im Falle der Entdeckung eine jüdische Stadt zu vernichten, begab er sich an eine Stelle zwischen zwei Bergen, zwischen den Städten Uscha und Sch’faram, und hier ordinierte er die Schüler R. Akibas. Als er sich von den Feinden entdeckt sah 100), da befahl er den jüngeren Gelehrten, zu fliehen, damit sie nicht beim Versuch, ihn zu retten, den Verfolgern in die Hände fielen; denn sie mussten für die Zukunft erhalten bleiben. Der greise Rabbi selbst fühlte sein Lebenswerk vollbracht, und bald hauchte er, von zahllosen Lanzenstichen durchbohrt, sein heiliges Leben aus. Mit den Schülern aber ward die Tora gerettet. Gerade sie waren es in aller erster Linie, welche später das Geistesleben des jüdischen Volkes wieder aufbauten.— Jahrelang dauerte dieses System der rücksichtslosen Unterdrückung des religiösen Lebens. Der Tod Hadrians befreite endlich i. J. 138 das jüdische Volk von seinem mächtigsten Feinde. Aber auch jetzt hörten die Verfolgungen noch nicht sogleich auf. Die Dekrete Hadrians hatten ja noch ihre Giltigkeit, und unter den römischen Beamten Palästinas mögen auch viele gewesen sein, deren Neigungen die Quälereien der Juden nur zu sehr entsprachen101). Aber die Tatsache, dass jetzt 99) Sanh. 14 a. 100) ביון שהכירו אויביהם בהן; dieser Ausdruck lässt darauf schliessen, dass R. Jehuda b. Baba die Ordination in der Verborgenheit von den Römern hatte vornehmen ־wollen, aber entdeckt wurde; vgl. Anm. 84. lü!) Dor. Har I e 708. Dass zu Beginn der Regierung des Antonmus

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