Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 67 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zur politischen Geschichte usw. 67 grösste Meinungsverschiedenheit, besonders, ob man — im Verborgenen — das Torastudium mit Schülern fortsetzen solle. 95) Ein R. Chanina ben Teradjon bejahte dieses unbedingt. War doch bei andauerndem Aussetzen des Lernens und Lehrens zu fürchten, dass die Kette der Ueberlieferung unterbrochen würde, der gewaltige Stoff der nur mündlich weitergegebenen Tradition verloren gehe. Gleiche Erwägungen veranlassten auch R. Akiba, unter ständiger Todesgefahr seine Schüler zu Anklägers, es wahrscheinlich za machen, dass R. Elasar auch jetzt noch Gesetzeslehrer sei. Sie beweist aber nicht, dass man Juden zum Götzendienst gezwungen habe; s. a. Anm. 75. — Wenn es in der Mechilta des R. Simon b. J. zu Ez 31,16 (ähnlich auch in der Mechilta des R. Ism.) heisst ור״א בן פרטא אומר מנין שכל המשמר שבת אחד" כתקנה מעלה עליו הכתוב באלו עושה את השבת so will vielleicht R. Elasar diejenigen trösten, denen die Heiligung des Sabbat nur selten möglich war. — Dass man da, wo eine Gesetzesübertretung nicht gefordert wurde, durchaus kein Bedenken trug, zur Lebensrettung ein Gebot zu übertreten, im Gegenteil es als verbotenen Selbstmord betrachtete, in solchem Falle sich dem Tode auszusetzen, beweist die Erzählung in Ber. r. 82 (zu 35,17) ב׳ תלמידים משל ח יהושע שינו עטיפתן בשעת השמד פגע בהן סרדיוט אחד אמר להם אם אתם בניד. של תורה תנו נפשכם עליה ואם אין אתם בניה למה אתם נהרגים עליה. אמרו לו בניה אנו ועליה אבו נהרגים אלא שאין דרכו של אדם לאבד את עצמו לדעח. y6) Zar folgenden Darstellung vgl. Ab. sar. 17 b und 18 a. Wir glauben nicht mit Halevy Dor. Har I e 670 ff. annehmen zu dürfen, dass nach Niederwerfung des Aufstandes zuerst eine Periode der Bedrückung und Gefährdung und später die Zeit der allgemeinen Religionsverfolgangen eintrat. Vielmehr meinen wir, dass diese unmittelbar nach Beendigung des Krieges angeordnet wurden Wenn nun von R. Akiba (Tos. Ber 1113; vgL auch Exkurs II) und von R. Chanina ben Teradjon (Ab. s. 18 a) erzählt wird, dass sie mit ihren Schülern lernten, so glauben wir, dass sich dieses z. Zt. der Religionsverfolgungen, aber im Verborgenen zutrug. Der bei R. Chanina vorkommende Ausdruck יושב ועוסק בתודה ומקהיל קהלות ברבים besagt durchaus nicht, dass dieses öffentlich vor den Augen der Römer geschah. Allerdings war die Gefahr einer Entdeckung bei der grossen Zahl der Schüler sehr gross, so dass R. Jose der Ansicht war, dass sich sein Freund dem sicheren Tode preisgäbe, während R. Chanina hoffte, durch gttlichen Schutz vor Entdeckung bewahrt zu werden. So erklärt sich, dass R. Chanina der Warnung des Freundes entgegenhielt מן השמים ירחמו, dieser ihm aber antwortete אבי אומר לך דברים של טעם ואתה אומר לי מן השמים ירחמו תמה אבי אם לא ישרפו אותך ואת ספר תורה באש. Wenn dann weiter berichtet wird, dass die römischen Vornehmen nach dem Begräbnis des R. Jose den R. Chanina beim Torastudium fanden ובחזרתן מצאוהו,