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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 56

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 56 (sequence 58)
Language
German
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56 Untersuchungen über die Entwicklung uew. Dies ist nun die Frage in der Gemara, und sie antwortet darauf: בני kann auch als בד gelesen werden. Wir haben also bewiesen, dass die Frage בני an letzter Stelle nur nach unserer Erklärung möglich ist. b) Es ist nur noch zu erklären, weshalb überhaupt die Gemara nach der alten Lesart im Münchener Talmudkodex die Keihenfolge der Worte ändert. Das hat nun folgenden Grund, der gleichzeitig die Erklärung für eine andere Auffälligkeit der Gemara gibt. Es ist nämlich schwerverständlich, dass sie, nach der Behauptung, Pinchas habe nicht gesündigt, einige Pluralformen auffällig findet und andere wieder nicht, nämlich V. 22: יעשון und V. 23 תעשון usw. Wir müssen daher sagen, dass, wenn auch Pinchas nicht als Mittäter in Betracht kommt, er doch auf alle Fälle dem Hohenpriester und Vater gegenüber als mitverantwortlich gilt, weil er nicht rechtzeitig auf irgend eine Weise (z. B. durch Benachrichtigung des Vaters) dafür gesorgt hat, dass die Unbescholtenheit des Priestertums und der Familie erhalten bleibe. Daher schliesst der Vater in den Worten תעשון usw. den Täter und den Mitverantwortlichen ein. Wenn Eli nun im Vers 24 אל בני sagt, so ist ebenfalls nichts auffällig, selbst wenn Pinchas nicht als Täter in Betracht kommt. Daher kann die Gemara zuerst an אל בני keine Frage anknüpfen. Nachdem aber מעברים in der Bedeutung ״absetzen“ erklärt worden ist, muss das nach der ursprünglichen Auslegung als Objekt aufgefasste עם als S u b j e k t gelten und, da kein anderes Objekt vorhanden ist, muss dann ני^ als solches füngieren: ״meine Söhne,... das Volk setzt sie ab“. Jetzt ist die Gemara berechtigt zu fragen: Wenn das Volk beide Söhne absetzen will, müssen doch beide als Täter in Betracht kommen; denn wenn auch Eli als der Hohepriester und Vater den Pinchas als Bruder und Mitpriester von Chofni für dessen Vergehungen verantwortlich machen kann, darf das Volk trotzdem nicht so tun, geschweige denn Pinchas absetzen — wenn nicht auch dieser Täter ist. Da also בני dasteht, muss auch er selbst die Sünde begangen haben. Darauf lautet die Antwort: Das Konsonantenbild von ב^י kann auch als ןני gelesen werden.

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