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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 55

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 55 (sequence 57)
Language
German
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Untersuchungen über die Entwicklung usw. 55 gehalt in sich trägt, je auffälliger sie ist. Rabbinovicz (a. a. 0.) führt aus dem wegen seiner alten korrekten Lesarten berühmten Münchener Talmudkodex folgende Lesart an, die er für die schlechtere hält: והכתיב מעבירים את עם ה׳ א״ר הונא ברייה דר״י מעבירם כתיב והכתיב אל בני א״ר נהק אל בני כתיב. Diese Lesart unterscheidet sich von der unseren neben anderem vor allem dadurch, dass die Frage nach מעבירים (unmittelbar) vor der Frage nach בני steht. Dies ist sehr auffalllig; denn im Bibeltext ist die Reihenfolge umgekehrt. a) Nach der von uns gegebenen Erklärung ist diese Um- Stellung berechtigt, nach der allgemeinen üblichen unmöglich; denn nachdem einmal bewiesen ist, dass מעבירם die Bedeutung hat: ״e r hat sie verführt״, kann ich doch nicht mehr nach אל בני fragen. Denn dieser Plural hat nichts Auffallendes mehr. Eli spricht eben zuerst seine beiden Söhne an und sagt zu ihnen: ,,Nicht doch, meine SöhDe, nicht gut ist die Kunde..., dass einer von •euch das Volk verführt״. Ganz anders ist es aber nach unserer Erklärung. Nach der Antwort ״ מעבריםabsetzen״ fragt die Gemara weiter: Wer soll abgesetzt werden? Was ist das Objekt zu diesem Verbum? Doch sicher das am Anfang stehende 1בני). Wenn nun das Volk beideSöhne absetzen will, so ist aus dieser Tatsache doch bewiesen, dass beideSöhne gesündigt haben. 1j Die Schwierigkeit der Auslegung, das am Anfang stehende Wort בג auf das Ende des Satzes zu beziehen, besteht genau in derselben Weise nach Raschis Erklärung: dort als Subjekt hier als Objekt. Die Beziehung ist eben nicht grammatisch, sondern nur sachlich-gedanklich. Die grosse, auch von Raschi (cf. § 31) aufgeworfene Frage, weshalb die Gemara dieser, vor allem aus dem soeben genannten Grunde, gezwungenen Auslegung den Vorzug gibt vor der gewöhnlichen Erklärung (״eine Kunde verlauten lassen, verbreiten“ nach der Analogie von Lev 36,6 העבירו קול בפחנה), lässt sich dahin beantworten, dass dieser Gedanke bereits im Vers vorher (23) ausgedrückt ist. Falls dieser Grund nicht als hinreichend erscheinen sollte, so lässt sich nach unserer Auffassung über מעכדין noch ein neuer, einleuchtender angeben. Die Analogie mit der Hifil-Form ויעבירו wird deshalb abgelehnt, weil in מעברים das für sie charakteristische Jod fehlt.

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