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Jeschurun · 1924-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1924) · p. Seite 53

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
11 (1924)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1924)
Date
1924-01-01
Page
Seite 53 (sequence 55)
Language
German
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Untersuchungen über die Entwicklung usw. 53 und sich deshalb genötigt gesehen hat, sie für eine falsche Interpolation eines Späteren zu halten. Nach der neuen Erklärung werden die Schwierigkeiten in der Gemara beseitigt und vieles wird klarer und verständlicher. Wir gehen von der Annahme aus, dass in dem Gemaratext mn ausserordentlich kleiner Druck- bzw. Schreibfehler steht, der zu der irrtümlichen Auffassung Veranlassung gegeben hat. Es soll dort nicht מעבירם כתיב (ohne das letzte Jod), sondern מעברים כתיב (ohne das erste Jod) heissen1). Der Sinn der Gemarastelle ist dann folgender: Die Annahme, dass nicht die beiden Söhne Elis gesündigt haben, lässt sich doch schon aus dem Grunde nicht aufrecht erhalten, weil in dem Vers מעבירים in der Mehrzahl steht und bedeutet: ״sie verleiten das Volk2).״ Darauf antwortet die Gemara: Es steht doch מעברים (ohne das erste Jod), was gelesen werden kann ש9דם? *sie setzen ab3).״ Das Subjekt dazu ist das (sonst als Akkusativ-Objekt aufgefasste) unmittelbar folgende עם. Für diese neue Erklärung und dementsprechend gegen Raschis Auffassung sprechen folgende Momente: *) Der Schreibfehler ist sehr leicht erklärlich. Die Buchstaben Besch und Jod, welche in diesem Worte unmittelbar nebeneinanderstehen, sind in den Handschriften so ähnlich geschrieben, dass man sie häufig nur durch Erraten erkennen kann. Der Urheber des Schreibfehlers hat daher aus Versehen Jod Besch statt Besch Jod gelesen und dementsprechend geschrieben. Auch in der phototypischen Reproduktion der Münchener Handschrift ist der Unterschied zwischen Besch und Jod wohl nur deshalb zu erkennen, weil sie eine Yergrösserung des Originals darstellt. 2) Das Münchener Ms hat (nach Rabbinovicz) die Lesart מעבירים א ת עם ה'. Er hält dies für einen Fehler, weü im Text das את fehlt. Es scheint aber, dass Rabbinovicz im Unrecht ist. Die Gemara fügt absichtlich ein את ein, um anzudeuten, dass nach dieser Auffassung in der Gemara עם הי als Akkusativ aufzufassen ist im Gegensatz zur Antwort, welche מעברים als Prädikat zum Subjekt ,עם ה erklärt Wohl Beweis für unsere Auffassung! י) Dass der Stamm עבר im Piel bzw. im Pael in der Bedeutung ״absetzen* vorkommt, wird einwandfrei u. a. durch die Talmudstelle Berachot 27b bewiesen, wo es heisst ״ תא ובעבריהkomme, wir wollen ihn absetzen*. Dass bei den Auslegungen der Bibelverse in der Gemara der aramäische Sprachgebrauch in grossem Masse Berücksichtigung findet, ist bekannt Ygl. auch oben ישכבן und מעבירם•

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