Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 50 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2292929-2293027-2293028--06701-2299983- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
50 Untersuchungen über die Entwicklung usw. dass sie wahrscheinlich nicht die ursprüngliehe Fassung besitzen. Welche Massoraangabe hat Raschi im Auge? Nach der in der ed. pr. Soncino stehenden Lesart in Raschi שמנויין שם כל תיבות שכתוב כהן יז״ד דלא קרין sind in der betreffenden Massoraangabe alle Worte aufgeführt, in welchen ein Jod steht, das nicht gelesen werden soll. Diese Massoraangabe scheint aber gerade das Gegenteil von dem zu sagen, was gesagt werden soll. Es handelt sich doch um Wörter, in welchen das Jod nicht steht und doch gelesen wird. Daher haben die späteren Drucke, wie schon R. Rabbinovicz in דקדוקי סופרים (München 1875) VII z. St. bemerkt, den Text in das gerade Gegenteil geändert; Und diese Lesart steht auch in unserer Raschistelle. Eine solche Korrektur im Raschi-Text anzubringen ist u. E. bedenklich. Soll man wirklich annehmen, dass sich in der ed. pr. Soncino und den noch älteren Talmudexemplaren, welche nur ganz wenige Jahrhunderte nach Raschis Tod geschrieben bzw. gedruckt wurden, bereits ein so schwerer Schreib- bzw. Druckfehler eingeschlichen haben sollte, der das gerade Gegenteil von dem sagt, was Raschi geschrieben hat? Gewiss, die neue Lesart scheint die richtige zu sein, weil sie offenbar in den Text viel besser hineinpasst als die alte. Aber die Erfahrung, die man so oft in quellenkritischen Untersuchungen macht, bestätigt sich auch hier: die leichtere Lesart ist verschlimmbessert. Zum Beweise dafür bedarf es einer kleiner Abschweifung. In der Massora kommen häufig sogenannte חלוסין vor. Man versteht darunter Verzeichnisse, welche die entgegengesetzte massoretische ״Merkwürdigkeit“ zeigen als jeweils andere. Die Listen eines solchen Listenpaares kommen stets unmittelbar aufeinander folgend vor. Sie bilden sozusagen eine Einheit. Wenn nun auch in den uns vorliegenden Listen im allgemeinen das zweite Verzeichnis des Listenpaares, nämlich das chiluf, eine besondere Ueberschrift hat, so ist dies erst das Ergebnis einer späteren Entwicklung, welche eine allmähliche Erweiterung und Verdeutlichung der Ueberschriften herbeiführte. Ursprünglich