Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 40)
- Language
- German
- Belongs to
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88 Untersuchungen aber die Entwicklung usw. was Tom massoretischea Standpunkt eine wichtige Differenz ist, T0r allem, weil es sich um eine Stelle in der Thora handelt. Eine solche massoretische ״Merkwürdigkeit* ist wert, mit Nennung des betreffenden Massoreten, nämlich R G bzw. R M weitergelehrt zu werden. Aus dem NichtTorkommen von R G s Namen darf also nicht ohne weiteres gefolgert werden, dass Rasehi seine Massora nicht benutzt habe. Es bleiben aber Zweifel anderer Art. Zu Jes 14,11 bemerkt Rasehi: ומדומה אני שבמסורה הגדולה חיבר ״ את זה ואת זמרת נבליך...Es scheint mir, dass die grosse Massora...“ Daraus ist doch wohl zu entnehmen, dass Rasehi, als er diese Worte niederschrieb, nicht in der Lage war, in der betreffenden Massorasammlung nachzusehen, um die Richtigkeit seiner Vermutung zu prüfen; denn er hätte dies sonst getan, um seine Angabe in d i e präzise Form fassen zu können, die wir in seinen Kommentaren gewohnt sind. In Wirklichkeit liegt die Sache so, dass damals die Massorasammlungen sehr selten waren, ebenso wie die Bibelhandschriften mit Massora. Es ist daher denkbar, dass Rasehi nicht einmal MRG zur Verfügung stand, eine Möglichkeit, die nunmehr erörtert werden soll. Die Massorawerke hatten doch einen praktisch-religiösen Zweck. Nach ihren Angaben sollten die Bibelexemplare, vor allem die für die synagogale Vorlesung notwendigen Thorarollen korrigiert werden 1). Nachdem R. Gerschom nun die aus Babylon erhaltene Ochla-Urschrift erweitert und gegebenenfalls korrigiert hatte, zirkulierte dieses sein Werk wohl in den meisten jüdischenLehrhäusernDeutschlands und Nordfrankreichs, damit die Thora- und Bibelhandschriften danach verbessert werden könnten2). Und dann wanderte diese >) Cf. Jore Dea 279 n und in. 2) Im Orient war es der Ton BenAscher geschriebene and mehrfach korrigierte Bibelkodex, der ron Jerusalem nach Aegypten wanderte and nach dem überall die Kodizes korrigiert worden (cf. Anhang). — Aachs K. Gerschom hat einen Bibelkodex geschrieben, der rieliach in der Massoraliteratur erwähnt wird, z. B. in dem Zitat bei Bruns (S. 277) aas Codex Kennicott 600 (Asm.).