Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 11 (1924)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 18 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Elijah 1× ep/1004307
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18 Goethe und die Bibel seine Anerkennung im Volke ausgeblieben, seine Mission gescheitert zu sein scheint, da zeigt sich ihm Gott ,כרוחי, der im Geiste, im sanften Windeswehen, im sanften Flügelschlage des gleichmässigen Zeitgeschehens sich weit eher offenbart als im eifervollen, gewaltsamen Durchbrechen und Zerschmettern des Naturwirkens: Der Sieg des gerechten Gottesgeistes ist unausbleiblich, und darin findet Elija letzte Beruhigung. Wie lauten dagegen die Worte des Erzengels Michael, auf die sich die ganze Analogie stützt? ״Und Stürme brausen um die Wette Vom Meer aufs Land, vom Land aufs Meer, Und bilden wütend eine Kette Der tiefsten Wirkung ringsumher. Da flammt ein blitzendes Verheeren Dem Pfade vor des Donnerschlags; doch deine Boten, Herr, verehren das sanfte Wandeln deines Tags.“ Die letzten zwei Zeilen Goethes sind das spinnwebzarte Fundament der Deutschländer- Kombination. Hier wird n. u. A. auf Mücken mit Kanonen geschossen. Goethe drückt lediglich den poetischen Gedanken aus, dass sie, die Engel, selige Geschöpfe des Himmelreichs, fernab von Kampf und irdischem Ringen, leidenschaftfrei, im reinen Anschauen der Gottesherrlichkeit ihr Dasein erschöpfen. Dort Elijas Erscheinung ein tragischer Vorgang voll Wucht und drängendem Ungestüm — hier lieblicher Wechselgesang sich selbst erschauender Lichtgeschöpfe, dort letztes Erkennen des letzten harmonischen gottgewirkten Weltgeschehens, hier zephirhauchartiges Stammeln gottestrunkener Engelscharen. Nein, an dieser Stelle führt Philologen-Eifer zu bedenklichem Trugschluss, und Deutung wird zur Deutelei. Eine zweite Luftspiegelung Deutschländers: Elija, am Ende seiner Tage seine Verzagtheit ob seiner scheinbar gescheiterten Aufgabe bekennend, da die heidnische Königin Isebel seinen Tod fordert und keiner aus dem Volke sich schützend vor ihn stellt, geht in Todesbereitschaft in die Wüste und spricht: ״Es ist genug, 0 Gott, nimmmeine Seele... Geeifert habe ich für den Ewigen, den Gott der Heerscharen, und nun...?“ Da hörte Elija die tröstende Stimme des Herrn, der seine Todesgedanken verscheucht. Diese Situation soll ihre