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Jeschurun · 1923-11-01 · Heft 11-12 (November 1923) · p. Seite 479

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Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 11-12 (November 1923)
Date
1923-11-01
Page
Seite 479 (sequence 91)
Language
German
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Ueber den Mirihag־ 479 80 lange gewährt hat, bis die Werke Achad Haam’s sicherlich des grössten Essayisten dieser Literatur, eine zweite Auflage erlebt haben. Die ausserordentliche Fülle von Neuerscheinungen sind kein Gegenbeweis. Eine sowohl nach Form und Inhalt so wertvolle Literatur dürfte nicht von der Gunst eines Maecenatentums leben. Um so dankbarer müssen wir dem Jüdischen Verlag sein, dass er uns diese Neuauflage gegeben. In diesen Blättern ist im 3. Jahrgang Heft 11S. 591 — 63*2 in dem Aufsatz ״Achad Haam und das gesetzbstreue Judentum*1 zu den Ideengängen dieses grossen Denkers Stellung genommen. Dort ist gezeigt, wie sehr die Idee des geistigen Zionismus in der Form, wie sie sich in Achad Haam’s Seele spiegelt, zn allem im Gegensatz steht, was wir unter Judentum verstehen. Dort ist aber nicht minder zum Ausdruck gebracht, welche Fülle von Anregungen ein jeder Aufsatz auch dem Gegner der Anschauungen Achad Haam’s bietet, mit welch bewundernswerter Klarheit die schwierigsten Probleme behandelt sind. Es ist der beste Beweis der Klassicität dieses Autors, dass seine Aufsätze sich noch heute so irisch nnd lebendig lesen als in der Zeit, da sie vor Jahrzehnten geschrieben sind und nicht nur in den kleinen Essays, die unter dem Titel ילקוט קצן gehen, die ja in ihrem geschlossenen Styl, in der Zuspitzung der geistvollen Gedanken, in dem kunstvollen Aufbau wahre Perlen sind, sondern auch in den umfangreichen Abhandlungen über die grossen jüdischpolitischen Fragen, die z. Zt. gegenstandslos geworden sind. Es scheint uns, dass einer der Grundgedanken der Theorie Achad Haam’s die Forderung des, geistigen Zentrums noch eine grosse Zukunft hat, wenn immer mehr erkannt wird, dass die Hoffnungen, die auf die Balfourdeklaration gesetzt wurden, sehr herabgestimmt werden müssen. Doch ob man ihr zustimmt oder nicht, aus diesen gesammelten Aufsätzen ist auch für den Gegner sehr viel zu lernen. h. Jakob Klatzkin: Krisis und Entscheidung im Judentum. Der Probleme des modernen Judentums zweite und ergänzte Auflage. Jüdischer Verlag Berlin 1921. In diesen Blättern ist die erste Auflage des Buches von Klatzkin im 5. Jahrgang S. 25—HO im Rahmen der Aufsatzfolge ״Zionismus, National- Judentum und gesetzestreues Judentum“ eingehend besprochen worden: des Autors Polemik gegen das Kriterium des ״Geistes“ und seine beiden Unterarten: die der Assimilation und die eines unreifen Nationalismus Dort ist geschildert, wie im Mittelpunkt der Gedankengänge Klatzkin s sein ״Kriterium des konsequenten Nationalismus“ steht, dass Jude-Sein nicht ein religiöses oder ethisches Bekenntnis bedeutet, und die Folgerungen dargelegt, die aus den Ideen sich ergeben, die der Religion jedweden Anspruch als Charakteristikum der jüdischen Nationalität rauben. Dass sich diese Ausführungen mit besonderer Spitze gegen die Hauptgedanken Achad Haams wenden, dass das ״geistige

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