Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- Seite 456 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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456 Untersuchungen über die Entwicklung usw. ,Worten: Wenn es strenggenommen einwandfreie Beweise für die unmittelbare Abhängigkeit von Massoraangaben und — daraus schliessend — von Massorasammlungen nicht gibt, so lassen eich doch umgekehrt einwandfreie Beweise dafür finden, dass M&esorangaben, bzw. Massorasammlungen nicht von einander abhängig sein können: 1) wenn die analogen Verzeichnisse in verschiedenen Quellen eine willkürliche und jeweils von einander verschiedene Reihenfolge der Beispiele zeigen; denn dass ein Abschreiber eine willkürliche Reihenfolge wieder willkürlich, ohne einem Ordnungsprinzip zu folgen, geändert habe, ist eine unmögliche Aunahme. (K lei ne Umstellungen sind nicht beweisend, da sie auf Ab3chreibefehlern beruhen können,) 2) wenn die jüngere Quelle die Verzeichnisse (z, B. einer Listengruppe) ordnungslos anfuhrt, während sie in der älteren Quelle systematisch aneinander gereiht sind. 3) wenn die als älter zu betrachtende Quelle mehr Beispiele oder dieselben Beispiele in anderer Form (z. B. bezüglich der Stellennachweise) anführt als die jüngere, solange sich nicht irgend welche Gründe angeben lassen, weshalb die jüngere Quelle eine Veränderung vorgenommen hat. (Kleinere Differenzen sind hier wieder nicht beweisend, weil sie Schreibfehler sein können.) § 19. Ebensowenig wie Uebereinstimrnung von Massoraquellen unmittelbare Abhängigkeit vorausgesetzt, bedingt bewiesene Abhängigkeit völlige Uebereinstimmung der betreffenden Massoraangaben. Fast jeder Abschreiber hat entweder unabsichtlich (versehentlich) oder bewusst Subjektives in die Massora hineingetragen. Er verglich etwa die in X stehenden Massoraangaben mit den analogen in anderen Quellen (last immer wohl Bibelhandschriften mit Massora) und gestaltete sie danach um. Wenn man bedenkt, dass II, P und Mf nicht auf X selbst zurückgehen, sondern auf primäre oder sekundäre Abschriften oder Erweiterungen von X, so wundert man sich über die noch Verhältnismassig geringe Zahl von Differenzen. Oder: der Schreiber fand etwa in seiner Vorlage den Zusatz eines Ueberarbeiters und nahm