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Jeschurun · 1923-11-01 · Heft 11-12 (November 1923) · p. Seite 447

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 11-12 (November 1923)
Date
1923-11-01
Page
Seite 447 (sequence 59)
Language
German
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Jüdische und abendländische Kultur 447 koptischen, persischen). Sonst nichts, weder vorher, noch nachher. Nur dass sich noch zehn Seiten im 2. Bände (S. 388 — 399) mit dem Judentum beschäftigen, die uns allerdings einige Aufklärung bringen. Sie befinden sich unter den Problemen der arab i sehen Kultur“ Denn das heutige Judentum ist eine Fellachen- Religion. ,,Fellachen v 01k“ nennt Spengler, im Gegensatz zu Ur- Volk und Volk, ,,was einer Kultur folgt“ (Bd. 2, S. 202). Fellachenreligion ist das Judentum ״etwa seit Jehuda ben Halevi“ (S. 388— die besondere Hochachtung vor Heine scheint in diesem, einem Wissenschaftler nicht sonderlich anstehenden Schnitzer zum Ausdruck zu kommen). Vor Jehuda halevi hatte das Judentum seine ״Merovingerzeit“ etwa 500 — 0, in der aus Stammesverbänden eine Nation magischen Stils wird, ohne Land, ohne Einheit der Abstammung, schon damals mit der Wohnweise des Ghetto; seine ״Frühzeit״ etwa 0—500 umfassend die ״jüdische Ritterzeit und ״gotische״ Blütezeit religiöser Gestaltungskraft“, mit Apokalyptik, Misehna und Urchristentum; sein ״Barock״ von 500 an, wo der jüdische Consensus die Formen der städtischen Wirtschaft und Wissenschaft beherrscht, Juden einen wesentlichen Teil der vornehmen maurischen Gesellschaft bilden; bis dann im 12. Jahrhundert die Entwicklung ein Ende genommen hat. Wiederum halten wir mit dem Urteil über den inneren Wert und die objektive Wahrheit dieser Kombinationen völlig zurück. Aber eine Tatsache haben wir zu konstatieren, nachdem wir sie nicht nur negativ aus dem fehlenden Hinweis, sondern auch positiv, aus der mit ihrer ״Meroviogerzeit״ um 500 vor beginnenden jüdischen Geistesgeschichte festgestellt haben. Spengler findet־ für die Bibel in der Geistesgeschiehte der Menschheit überhaupt keinen Platz. Veden und Upänishad, Brama und Buddha, Homer und Hesiod, demetrische und Dionysosreligion, Sokrates und Plato, Sophisten und Stoiker, Evangelien und Augustin, Mohamed und Avicenna, Franz von Assissi und Thomas von Aquino, Dante und Eckart, Luther und Böhme, Galilei und Newton, *Descartes und Leibniz, Voltaire und Rousseau, Götbe und Kant, Darwin und Spencer: Stirner und Marx, Feuerbach und Schopen-

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