Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- Seite 437 (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Das Hohelied 437 Und so hat Jeremia (48, 45—46) sich nicht gescheut, mit den alten Strophen emoritischer Moschlim den späteren Untergang Moabs neu zu besingen. Was könnte also das Ergebnis vergleichender orientalischer Literaturgeschichte Ueberraschendes bieten, wenn sie Anklänge des biblischen Poetik an die der Umvölker Israels uns aufweist? Andrerseits muss selbst ein Stärk (Die Schriften des A. T. IIt T. S. XX) bekennen: ״Wir wissen jetzt erst recht zu unterscheiden zwischen den Formen dieser Literatur und ihrem geistigen G e 11 a 11. Das religiössittliche Leben, dessen Zeugen die Bücher des alten Testaments sind, enthüllt sich uns angesichts der verwandten religiösen Literatur des Alten Orients immer mehr in seiner einzigartigen Tiefe und Reinheit. Der Vergleich beider kann nur immer wieder zur vollen Anerkennung des besonders heilsgeschichtlich geordneten Oftenbarungscharakters des alten Testaments führen.״ Es gibt nichts Neues unter der Sonne. Den .,salomonischen Schriften״ war das Los der Verkennung mit in die Wege gelegt. Die Pirke Aboth des Rabbi Nathan (I, 1) und der J&lkut Schimoni zu Mischte 25, 1 bringen darüber solch interessanten Bericht, der auch über die ganze Frage der Originalität des Hohen Liedes ein so bedeutsames Licht verbreitet, dass wir ausführlich darauf einzugehen Veranlassung nehmen. ״Seid vorsichtig im Urteil״ das lehrte: dass man warte mit dem Urteil: So heisst es (Mischle 25): auch dies sind Sprüche Salomos, die die Männer um Ohiskijah wieder aufgedeckt: dieses aufgedeckt bedeutet aber nur, dass sie gewartet, haben. Aba Saul sagte: nicht sie haben gewartet, sondern erklärt. Zuerst pflegte man zu sagen: Mischle Koheleth und Schir Haschirim mussten apokryph werden, denn man sagte: M e s c h a 1 0 t h sind sie. aber nicht von den h e i 1 i g e n S c h r i f t e n, und man ist auch a u f g e t r e t e n und hat sie apokryphiert, bis die M ii n n e r C h i s k׳ i j a h s kamen und sie erklärten. Heisst es doch (Mischle 7): ich achtete auf die Einfältigen, den jungen Mann ohne Verstand, sieh da, ein Weib kommt ihm entgegen und spricht : ich bin 4