Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- Seite 414 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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414 Zur politischen Geschichte usw. Teilen des Reiches zusammengezogen wurde51). Auch die syrische Flotte musste in den Krieg eingreifen; ihre Aufgabe bestand einerseits wohl in der Sicherung der Truppentransporte und der Zufuhr an Lebensmitteln und Kriegsmaterial, andrerseits sollte sie wohl den Aufständischen jede Unterstützung von der Seeseite her unterbinden. Trotz seiner grossen Streitkräfle wagte Severus es nicht, die Juden in einer förmlichen Schlacht anzugreifen52). Zweifellos waren sie zahlenmässig weit stärker als die Körner; auch fürchtete er ihren ungestümen Mut, der ohne Rücksicht auf eigne Verluste den Feind um jeden Preis zu vernichten suchte. Severus verliess sich mehr auf den langsamen aber sicheren Erfolg der überlegenen, planmäßigen Kriegskunst und der fast unbeschränkten Möglichkeit, Verstärkungen sowie Lebensmittel und Kriegsmaterial herbeizuschaffen. Durch fortwährende kleine Angriffe und Abschneiden der Zufuhr suchte er das jüdische Heer zu zermürben, und durch überlegenes Manöverieren gewann er immer mehr Boden. Ein Ort nach dem andern fiel in seine Hände, auch Jerusalem, das wohl nur schwach befestigt war, und dessen Verlust für die Juden mehr moralische als strategische Bedeutung hatte. Ben Kosiba gab sich deshalb aber keineswegs verloren. So schmerzlich die vielen kleinen Verluste, die Aufgabe so vieler Orte, besonders Jerusalems, sein mussten, so war in der Hauptsache sein kriegsbegeistertes Heer noch da, und auch die Verluste der Römer in den zahllosen Einzelkämpfen waren sicher nicht gering. Konnte sich Ben Kosiba in den Ebenen nicht behaupten, so boten die Gebirge Judas eine natürliche Festung dar, die bei der Verteidigung durch ein kriegstüchtiges Heer geradezu uneinnehmbar erschien. Hierher zog sich das jüdische Heer jetzt zurück. Als Hauptort der ausgedehnten Gehirgsbefestigung wird das sonst nicht bekannte Betar genannt53). Drei und ein halbes Jahr belagerten die Römer das 51) vgl. Schürer I 3—4 687 f. Anm. 116. ß2) Dio Cassius 69,13. 63) Nach Eusebius, Hist, eccles IV, 6 wird wohl mit Recht allgemein angenommen, dass Betar an der Stelle des heutigen Sittir, etwa