Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- Seite 415 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2292929-2293019-2293026--06460-2299748- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- Zur politischen Geschichte usw. 415 Gebirge, dessen natürliche Unzugänglichkeit durch geschickt angelegte Verschanzungen noch verstärkt wurde54). Der Heldenmut der Verteidiger vertauschte nicht selten die Rollen der 9 Kilometer südwestlich vor Jerusalem, zu suchen ist. Vgl. Schürer I 693 Anm. 130, 131. Klein, Erez Jisrael S. 41. Geistreich, aber nicht überzeugend sucht Lebrecht im Magazin IlISBff. nachzuweisen, dass W2=castra vetera bei Sepphoris in Galiläa s8i. Schwarz, Tewuot Haarez 171, dem auch Grätz folgt, glaubt die Ruinen Betars südlich von Cäsarea gefunden zu haben. Goldhor in seinem Admat Kodeseh und dann in einem Aufsatz in der Jerusalemer Wochenzeitung Kol Jakob 5683, 19—20 hält ein arabisches Dorf Jatir in der Nähe von Tyrus für Betar. Gegen die talmudischen Argumente Goldhors s. Halevy Ie 634, der mit Kaftor Waferach XI Betar südwestlich von Jerusalem annimmt. Gegen die Identifizierung Betars mit Bittir wird eingewandt, dass nach j. Ta’an IV, 5 (Ech. r. 11,2) Betar zur Strafe dafür zerstört wurde, dass seine Bewohner nach der TempelzerstÖrung aus Freude illuminiert hätten. Dass eine Stadt in unmittelbarer Nähe Jerusalems über die Zerstörung des Tempels gejubelt haben soll, ist allerdings schwer verständlich, auch nach der im Talmud und Midrasch gegebenen Erklärung, die Wallfahrer aus Betar seien von den Jerusalemern betrogen worden. Schiatter (Zur Topograpie und Gesch. Palästinas 1893 S. 138 und später in den Tagen Trajans und Hadrians 1897) meint die festliche Beleuchtung Betars nach dem Falle Jerusalems z. Zt. Bar Kochba3 — Sch. glaubt, damals sei auch der Tempel erbaut und wieder zerstört — sollte der Ausdruck der ungebrochenen Siegeszuversicht sein. Ansprechender, wenn auch nichtbefriedigend, ist der Erklärungsversuch Büchlers (Schauplätze des Bar Kochbakrieges JQR XVI=1904), B8tar sei z. Zt. des Titus der Wohnort der unter römischen Schutz lebenden aristokratischen Emigranten Jerusalems gewesen, die über die Vernichtung ihrer demokratischen Gegner gejubelt hätten. 54j Plew, Quellenuntersuchungen zur Geschichte des Kaisers Hadrian 1890 zitiert S. 92 ff. von dem Ingenieur Appollodor, Hadrian habe sich an ihn mit der Bitte gewandt, ihm schleunige Ratschläge zur Erbauung von Belagerungsmasehinen zu geben gegen Volksmassen, die sich an günstig gelegenen Punkten des Gebirges verschanzt hatten. Apollodor bemerkt hierzu, er habe die betreffenden Gegenden nicht gekannt und deshalb vielerlei Zeichnungen entworfen, die allen Möglichkeiten gerecht wurden. Da Hadrian ausser dem Donaukrieg nur den jüdischen Krieg geführt hat, die Donaugegend dem Apoilodor von seiner früheren Tätigkeit als Erbauer der Donaubrücke bekannt war, so muss sich des Kaisers Anfrage auf den jüdischen