Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1923)
- Date
- 1923-11-01
- Page
- Seite 413 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Zur politischen Geschichte usw. 413 merk«!, welchen Fehler er begangen hatte, als er in Unter- Schätzung der Juden glaubte, über ihre Wünsche und Nöte hinweggehen zu können. Die bösen Nachrichten aus dem Orient mögen ,wesentliche Veranlassung fiir ihn gewesen sein, im Jahre 129 wieder nach Syrien zu reisen. Wohl mit Recht mag er gehofft haben, durch seine Anwesenheit und die hierdurch bedingte Konzentration der römischen Machthoheit, Aufstandslustige zu entmutigen. Seine Anteilnahme an Festlichkeiten48) sowie seine Fürsorge für Verwaltungs- und Heeresreformen mögen teils als Ausdruck der Selbstsicherheit und Macht, teils als Drohung ihre Wirkung gehabt haben. Im nächsten Jahre finden wir Hadrian in Aegypten. Das palästinensiche Aufstandsgebiet scheint er gemieden zu haben49) Wie sehr des Kaisers ägyptische Reise auch vielfach die Form einer Vergnügungsfahrt hatte, so dürfte ihr wesentlichster Zweck gewesen sein, das NLliand zu beruhigen. — Der Aufenthalt Hadrians in den Nachbarländern Judäas musste ihn die grosse Gefahr des Aufstandes ganz erkennen lassen. In Syrien, vielleicht auch schon früher50), entschloss er sich, seinen besten Feldherrn, den Julius Severus, aus Britannien nach Palästina zu berufen und ihm den Oberbefehl über das gewaltige Truppenaufgebot zu übertragen, da3 nun aus allen 43) Weber, Untersuchungen S. 232. Die von Spartian 14 auf Abneigung gegen die Antiochener zurückgerührte Absicht Hadrians, Syrien von Phönizien zu trennen, ist vielleicht tatsächlich durch eine unruhige Stimmung der syrischen Bevölkerung hervorgerufen. Die Grösse des syrischen Verwaltungsbezirkes mochte dem Kaiser gefährlich erscheinen. 49} Da Hadrian nach Spartian 14,4 auch iu Nordarabien war, scheint er durch das Ostjordanland dorthin gereist zu sein. Auf dem Wege nach Aegypten hat er dann wohl die südlichsten Teile Palästinas berührt. Während wir von seinem damaligen Aufenthalt in Palästina keine Spur finden, beginnt Gaza mit dem 28. Okt. 130 seine Hadriansära. Also scheint der Kaiser in den vorangehenden Monaten dort gewesen zu sein. Auch ein Meilenstein auf der Stra3se von Jerusalem nach Eleutheropolis aus d. J. 129/130 lässt auf die Anwesenheit Hadrians schliessen (vgl. Weber 244). 60) vgl. Excurs Zur Chronologie.