Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1923-11-01 · Heft 11-12 (November 1923) · p. Seite 409

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 11-12 (November 1923)
Date
1923-11-01
Page
Seite 409 (sequence 21)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2292929-2293019-2293026--06454-2299742
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Zur politischen Geschichte usw. 409 palästinensischen Münzen stammen viele zweifellos aus dem Aufstande, da sie auf Münzen Trajans und Hadrians überprägt sind. Diese Tatsache beweist auch, dass sie nicht als Notgeld zu betrachten sind, sondern die eigne Selbständigkeit und das endgiltige Aufhören der Hömerherrschaft dokumentieren sollten. Wohl mit Sicherheit ist anzunehmen, dass Ben Kosiba Jerusalem wieder erobert hat. War das damalige Jerusalem auch noch keine befestigte Stadt, so war doch der Besitz der heiligen Stätte moralisch von grösster Bedeutung. Die Inschrift לחרות ירושתם, die sich auf überprägten Kaisermünzen findet, lässt auf Befreiung Jerusalems schliessen. Da der römische Schriftsteiler Appian89) von der Eroberung Jerusalems durch Hadrian spricht, so muss er vorausgesetzt haben, dass die Stadt vorher in den Händen der Aufständischen gewesen w~ar. Auch die und שמעון oder ירושלם und שנת אתת לגאלת ישראל oder שמעון נשיא ישראל und שנת אחת לגאלת ישראל. Auch diese Münzen stammen wahrscheinlich au.3 der Zeit Ben Kosibas (Schürer 76S/9). Auch der Talmud erwähnt die Aufstaudsmünzen Ben Kosibas. B. K. 97(= Tos. Maas. sch. I) אץ מהללין על המעות שאינן יוצאות כיצד היו לו מעות בוזביות ירושלמיות j Ma’ar. •sch I ממבע שמרד בגון בן כוזיבא אינו מחלד. Sehr schwierig ist die Erklärung der auf den Münzen vorkommenden Namen שמעון und אלגזר הבוהן. Die Annähme, dass Ben K03iba,s Name eigentlich Simon war (Münier 62 f.), ist eine Hypothese, die lediglich die Münzen erklären soll. Gerade die Bezeichnung נשיא macht e3 wrenig wahrscheinlich, das3 שמעון der Name Ben Kosiba’s sei. Denn dieser hätte sich w'ohl als מלך bezeichnen lassen, da er als מלך משיה gelten wollte. Dass Ben Kosiba Münzen mit dem Namen שמעון zur Erinnerung an den Makkabäer Simon (Munter 68) oder an Simon b. Giora (vgl. Grätz) hätte prägen lassen, ist höchst unwahrscheinlich. Hamburger (71 ff) möchte in שמעון den jungen Nasi R. Simon b. Gamliel und אלעזר הכוהן dessen Nebennasi, den Priester R. Elasar b. Asarja, sehen, die als Vorsitzende des Sanhedrin die legltime Autorität im Volke repräsentierten. Schiatter (Tage Trajana und Hadrians 54 ff) glaubt in אלעזר הכוהן den Hohepriester Elasar ben Charsum wiederzuerkennen. Doch hat dieser nach einer Ansicht (Joma 9a) 11 Jahre lang und z. Zt. des 2. Tempels fungiert. Möglicherweise ist der auf den Münzen erwähnte שמעון mit dem Simon zu iaenfcifizieren, auf dessen Haupt die beiden Heldenbrüder von K’far Cbaruba (Ech. r. 11,2) die Krone Hadrians setzen wollten. 39) Syr. 30.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.