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Jeschurun · 1923-09-01 · Heft 9-10 (September 1923) · page 71

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 9-10 (September 1923)
Date
1923-09-01
Page
– (sequence 71)
Language
German
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Bücherbesprechungen :87 meineren Fragen gestreift: das Problem der Rassen und ihrer Anzahl; des Alters der Menschheit in seinem historischen, anthropologischen und geologischen Sinn; die Beziehungen zwischen Linguistik und Anthropologie usw., ohne dass diese Dinge allerdings mehr als nur gerade berührt werden, was dem rein laienhaften Leser leider nur ungefährste Ahnungen von der Methodik und Schwierigkeit dieser Wissenschaft und Lehren vermittelt. Gleichwohl ist gerade dieses Werk geeignet, weiteste Kreise in die Fülle der Frage- Stellungen einzuführen. An einem geradezu erdrückenden Material gibt es die auch für weitere Kreise zugänglichen Kenntnisse über die Völker Australiens, Amerikas, Afrikas, Asiens und Europas und führt ziemlich viele und wertvolle Literatur an, sodass man für manches besondere Problem sichere Winke erhält. Im Gegensatz zu anderen gerade heute beliebten Werken ist die Sprache klar und übersichtlich, und die an sich sehr schwierige und noch in vielen Punkten sehr fragwürdige Materie kann wenigstens relativ leicht aufgenommen werden. Der Verfasser hat einen grossen Teil der von ihm beschriebenen Länder selbst bereist, die Messungen meist selbst vorgenommen und schöpft immer aus dem Vollen und Lebendig-Gegenwärtigen, was wohl einen Hauptreiz seiner Bücher ausmacht. — * Die Juden werden zweimal ausführlich behandelt, als Bewohner Vorderasiens und Europas bezw. der von Europa aus mit Juden bewanderten Länder. Mehr als die Hälfte aller orientalischen Juden gehören nach Luschan den Sephardim an und stammen von den Juden, die 1492 u. 1496 aus Spanien und Portugal verwiesen worden sind. In Saloniki und Kontantinopel seien diese Sephardim ziemlich bald danach gewesen und haben sich von dort über das ganze osmanische Reich schnell ausgebreitet. Ihnen gegenüber stehen die Aschkenasim, grösstenteils aus Russland und sonst aus Osteuropa zugewandert. — Weder Sephardim noch Aschkenasim sind körperlich einheitlich. »Der Laie pflegt freilieh immer vod einem einheitlichen jüdischen Typus zu sprechen. Der aber existiert nur in seiner Einbildung und in manchen Büchern, nicht aber in Wirklichkeit.“ Joseph Jacob und Weissenberg haben beide erfolglos versucht, einen spezifisch jüdischen Typus nachzuweisen. Besonders was Weissenberg als jüdischen Typus angesprochen hat, sei in Wirklichkeit nur ein allgemein orientalischer Typus gewesen, usw־. — Bei den jemenitischen Juden seien fraglos viele arabische Vorfahren enthalten, die das Judentum angenommen haben. Die Falaschas sind der Rasse nach fast reine Abessynier. usw. — Bei den Juden Europas und des asiatischen Russlands ebensowohl wie anderer Erdteile und selbstverständlich auch besonders Amerikas kann man genau so wenig von Rassenreinheit sprechen. Diese Einheitlichkeit und absolute Rassenreinheit des jüdischen Volkes ist immerdar ein ganz unzulängliches Hauptargument aller

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