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Jeschurun · 1923-09-01 · Heft 9-10 (September 1923) · page 47

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 9-10 (September 1923)
Date
1923-09-01
Page
– (sequence 47)
Language
German
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Das Hohelied 363 austun? Wir haben im Weihwasser des Beckens die Füsse uns gewaschen, können wir sie mit Götzendienst beflecken? Diese Deutung fasst ״ את נתנודmein Gewand“ als etwas was abgetan werden soll, vras erlaubter weise nicht getragen oder wieder angelegt werden darf, in entsprechender Weise wie die Waschung der Füsse die Reinigung vom Staub der irdischen oder gar verbotenen 1Wege bedeutet. Das Gewand muss daher im Ursinn des Verses die Jungfrauentracht bedeuten, die bei der Eheschliessung für alle Zeiten abgelegt werden soll. Das רחצתי את רגלי aber zielt auf die unsteten Wanderjahre der vorehelichen Knechtschaft Sulamiths ab, deren Staub nun abgeschüttelt ist und die fürderhin mit dem Frieden des ehelichen Heimes vertauscht wrorden sind. Jedoch gibt in obigen Midraschworten Israel nicht etwa selbstgewiss diese Antwort den Heiden, in Wirklichkeit legt es damit ein Schuldbekenntnis ab. Das ergibt sich daraus, dass alle Midraschim einmütig den vorgehenden Vers אד ישנה als eine schwere Selbstanklage fassen. Heisst es doch nicht *ישנתי ich schlief, sondern bezeichnenderweise: ich war schläfrig, träge, selbstvergessen dem Schlummer hingegeben. Aus all diesen Erwägungen heraus gelangten wir zu der Auffassung: ״ich hatte mein Jungfrauengewand abgelegt, wie mochte ich es nur wieder antun? ich hatte doch die Füsse mir gewaschen, wie mochte ich sie nur wieder beflecken?״. Der Rabba z. St. schlägt einen leise veränderten Weg ein. Rabbi Jochanan sagt: selbst die einfältigste unter den Einfältigen weiss sich aus- und anzukleiden, und du sprichst: wie soll ich mein Kleid wieder anlegen? Darum sagen R. Jochanan und Rabi Chanina: am Tage, da Nebuchadnezar den Tempel zerstörte, zog er mir die zwei Ehrengewänder aus: Das Gewand des Königtums und des Priestertums: רחצתי את רגלי, die Füsse hatte ich von Götzendienst gereinigt und wusste doch wohl, dass der Staub jenes Ortes mich zum Götzendienst verleiten würde. Hier ist כתנתי als ein Ehrenkleid, also als das eheliche Kleid gefasst. Damit stehen die beiden Vershälften allerdings

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