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Jeschurun · 1923-09-01 · Heft 9-10 (September 1923) · page 34

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 9-10 (September 1923)
Date
1923-09-01
Page
– (sequence 34)
Language
German
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850 Die Knessia Gdola Intelligenz, die sich die Führerschaft über das jüdische Volk anmasst, mit schneidender Schärfe, heissendem Hohn und stolzem Selbstbewusstsein entgegenzutreten hat, muss sie den weiten namenlosen Massen, die in den modernen Ghetti aller fünf Erdteile ihr jüdisches Leben dahindämmern, dem Vorbilde , der Newiim gleich, warmes Verständnis, werbende Liebe und hingebende Hilfsbereitschaft entgegenbringen, in ihnen stets nur Glieder der heiligen Knesseth Israel erblickend. Das wichtigste Propagandamittel der Agudas Israel bleibt jedoch die Arbeit an sich selbst. Intensiver innerer Ausbau und Stärkung des thoratreuen Judentums, dass es in einstiger Würde und Schönheit wiedererstehe, werden besser als alle Wahlaufrufe und Vortragstournees dem jüdischen Volk zu Bewusstsein bringen, wo der Kern des Judentums zu finden ist. Die Knessia hat dies ganz richtig erkannt, und so!*uhte denn der Schwerpunkt der Kongressarbeit durchaus auf dem inneren Aufgabenkreis: der religiösen Lehre, der religiösen Uebung und der wirtschaftlichen und sozialen Arbeit im Galuth und in Erez-Israel. Hier war ein breites Feld gegeben, auf dem sich alle Strömungen innerhalb der Aguda unbeschadet ihrer sonstigen Gegensätzlichkeiten zu gemeinsamer Arbeit vereinen konnten, da es die primären Notwendigkeiten des thoratreuen Judentums betraf. Gerade über diesen wichtigsten Teil der Knessia lässt sich indess an dieser Stelle wenig sagen, da die Knessia wohl eine Menge fruchtbarer Anregungen gegeben hat, deren positive Verwertung aber der Zukunft Vorbehalten ist, hier also keiner Kritik unterzogen werden kann. Jedenfalls .ist, wenn die Begeisterung nicht abflaut und die Energie nicht erlahmt; die Arbeit der Aguda auf gutem Wege. In einem Punkte freilich hat die Knessia völlig versagt. Unter der Fülle der neuen Probleme, mit denen sich die Knessia beschäftigte, ist nie und nirgends eines Erwähnung getan worden, das aber als das zentrale Problem des heutigen gesetzestreuen Judentums zu betrachten ist: der Auseinandersetzung mit der abendländischen Kultur. Von der Leitung wäre es gewiss taktisch unklug gewesen, etwa ein Referat mit einem solchen

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