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Jeschurun · 1923-09-01 · Heft 9-10 (September 1923) · page 31

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 9-10 (September 1923)
Date
1923-09-01
Page
– (sequence 31)
Language
German
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Die Knessia Gdola 347 sein, dass die Balfourerklärung in absehbarer Zeit gar keine positiven Konsequenzen nach sich ziehen, dass sie am Ende durch eine ungünstige politische Konstellation und übelwollende Interpretienmg zu einem bedeutungslosen Stück Papier entwertet werden wird: die Tatsache, dass die Mächte der Erde den Anspruch des jüdischen Volkes auf Palästina feierlich anerkannt haben, ist jedenfalls schon als unverlierbares Gut in unsern nationalen Besitzstand übergangen: dieser Waffe dürfen wir uns nicht freiwillig berauben. Aber noch ein rein religiöses Motiv spricht dagegen: wir wissen nicht, wie weit das Manifest der britischen Regierung wirklich eine Etappe auf dem Weg zur endgültigen Geüla ist; wir haben jedenfalls nicht das Recht, der Vorsehung entgegenzuarbeiten: unsere jüdische Pflicht ist es, die einmal gegebene Situation in unserem Sinn mit energischer Aktivität auszunutzen. . Ob sich freilich diese Aktivität zu einer Beteiligung an der Jewish Agency verdichten wird, steht dahin; diese Frage, die den XIII. Zionistenkongress so stark beschäftigte, wurde von der Knessia gar nicht diskutiert, in der richtigen Ueberzeugung, dass weder die Sache selbst schon spruchreif ist noch üherhaupt die Voraussetzungen für eine einheitliche Vertretung des jüdischen Volkes vorhanden sind. Die Stellung, die die Knessia zur Frage der nationalen Autonomie einnahm, bewegt sich im Sinne der oben angedeuteten Richtlinien. Sie hat die Formen der Gebilde, zu welchen sich die nationalen Selbstverwaltungskörperschaften heute entwickelt haben, scharf abgelehnt, sie ist sogar in vielen Fällen, da sie das überlieferungstreue Judentum bedrohen, an ihrer Vernichtung interessiert; das bedeutet aber nicht, dass die Idee der nationalen Autonomie in den hierfür geeigneten Ländern an und für sich verworfen ist: im Gegenteil, im religiös-nationalen Sinne konzipiert, ist sie ein wichtiger Bestandteil der agudistischen Ideologie. Ueberhaupt, konzessionsfreudig war die Knessia im allgemeinen nicht. Sie war von der Ueberzeugung beherrscht, dass die wichtigste Aufgabe für den Augenblick darin besteht, in den

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