Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- – (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Knessia Gdola 84B Blick, das feinste Distanzgefühl ־und das sicherste Augemnass, Mag der Osten noch so gewaltige Fortschritte in technisch-organisatorischer Beziehung gemacht haben, noch ist seine Zeit nicht gekommen: eine Bewegung mit dem Programm und den Ambi־ tionen der Agudas Israel kann mit parlamentarischer Routine, Redegewandtheit und Enthusiasmus allein nicht geschallen noch erhalten werden; dazu gehört vor allem die breite theoretische und allgemein-kulturelle Fundierung, und die können heute immer noch allein die Deutschen geben. Der Osten wird auch diesen Vorsprung bald eingeholt haben. Früher oder später wird ihm dann, da alle Voraussetzungen hierfür gegeben sind, die Führung zufallen müssen. Gegenwärtig aber sind die Deutschen ein unentbehrliches und massgebendes Element in Agudas Israel und werden es auch für absehbare Zeit bleiben. Die Deutschen haben die Knessia vorbereitet. Sie haben, gründlich, umsichtig, besonnen und weitblickend, vor und auf dem Kongress eine Menge guter, sachlicher Arbeit geleistet sie führten geschickt die schwierige Regie des Kongresses, sievermittelten, glichen aus, beruhigten, klärten auf. Die ganze Knessia aber war beherrscht von der Persönlichkeit des Mannes der, der Schöpfer der Bewegung und ihr grösster Führer, zugleich die grösste Figur des Kongresses darstelite: Jakob Rosenheim. Das ausgezeichnete, grossangelegte Rosenheimsehe Referat, das die Knessia einleitete, gab mit vollendeter Klarheit Auf- Schluss über Wesen und Aufgabe der Agudas Israel; es bot dem Aussenstehenden den Schlüssel zum Verständnis der ganzen Knessia, ihrer Debatten, Resolutionen und der auf ihr vorherrschenden Stimmung; es war letzlich auch richtunggebend für die Arbeiten und die Tagesordnung der Knessia selbst. In Rosenheimscher Formulierung will Agudas Israel sein: ״a) inmitten der Menschheit der von Gttes Geist belebte Organismus des Thoravolkes, b) inmitten der Gesamtheit der von jüdischen Müttern Geborenen das lebendige Zentrum, das alle noch lebensfähigen Zellteilchen mit unwiderstehlicher Lebensgewalt an sich heranzieht, c) über ihren Einzelzellen, den ihr angehörenden jüdischen