Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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336 Zum fünfzigjährigen Bestehen des Rabbinerseminars diese die Lehrer der folgenden Dozentengeneration. Sie haben alle vom Tage der Gründung ab oder wenige Jahre später mit ihrer Wirksamkeit am Seminar begonnen und während des weitaus grössten Teils seines bisherigen Bestehens bis zu ihrem Tode ihm ihre Kraft geweiht. An ihrer Art, zu leben, zu lerneD, zu forschen und Schüler auszustellen liess sich lückenlos Wesen und Wirken des Rabbinerseminars beschreiben. Ihren Dank haben ihnen ihre Schüler dadurch abgestattet, dass sie in ihrem Geiste gelebt und gestrebt. Ihrer verschiedenen Individualität gemäss haben sie sich verschieden entwickelt, fast alle aber sind der Fahne treu geblieben, die ihnen hier vorangetragen wurde. Was das bedeuten will, anlässlich der grossen Versuchungen, die an den thoratreuen Rabbiner herantreten, vermag nur der zu ermessen, der einen Einblick gewonnen in die gewaltigen Opfer, die in den verflossenen Jahrzehnten die von hier ausgesandten Jünger für ihre Ueberzeugung brachten. Wer könnte das farbenreiche Bild zeichnen, das sich vor unserem Blick entrollen würde, wollten wir sie alle auf einmal vor unser Auge stellen, die am Seminar zu den Füssen ihrer Lehrer gesessen: Talmudweise, den Rabbinen des Ostens gewachsen, auf berühmte Rabbinatssitze berufen, Universitätsprofessoren, deren Name einen Klang hat in der Welt, jüdische Gelehrte, die eine Zierde ihrer Lehranstalten, Aerzte und Juristen, Schuldirektoren und Oberlehrer, Kaufleute, Landwirte und Techniker, die sich die Stunden ihrer kargen Müsse abringen, um zu ״lernen“ und an den geistigen jüdischen Bewegungen, für die ihnen in unserem Kreise das Verständnis erschlossen wurde, teilzunehmen. Ueberall, in alle Weltteile verstreut, wirkend für die Ideen, die sie hier in sich aufgenommen. Und welche Mannigfaltigkeit in der Betätigung der Rabbinen in und neben ihrer eigentlichen rabbinisch-beruflichen Wirksamkeit; Unbeugsame Verfechter des Austrittsprinzips neben Vertretern des Gedankens, dass es die Aufgabe der Rabbinen sein müsse,auch denen seine Kräfte zu weihen, die innerhalb der Einheitsgemeinde sich seiner Führung anvertrauen, gefeierte Kanzelredner und berühmte Pädagogen, Organisatoren und Führer weltumspan״