Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1923)
- Date
- 1923-09-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Zum fünfzigjährigen Bestehen des Rabbinerseminars 837 nender Genossenschaften, Dichter nnd Denker, jüdische Politiker in bestem Sinne des Wortes, Berater der Regierungen, Vorkämpfer in der Abwehr. Oft im Gegensatz zu einander stehend, die Einen im Kampfe mit dem, was die Andern fördern, sind sie doch alle geeint in der Auffassung von .תורה דראד Lehre und Leben im Judentum, wie sie an der Schule vertreten wird, aus der sie hervorgegangen. Und sie alle haben das Bewusstsein dieser Zusammengehörigkeit. Zeuge des die Anteilnahme an den frohen und leid vollen Anlässen, zu denen sie sich am Seminar zusammenfinden, die Versammlungen des traditionellgesetzestreuen Rabbinerverbandes, zu denen die Schüler der Anstalt das Hauptkontingent stellen. Wie sich die Entwicklung des Rabbinerseminars in der kommenden Periode vollziehen wird, das liegt in der Zukunft Schoss. Dass die gewaltigen Umwälzungen, die der Weltkrieg nur vorbereitet ha.t und die sich in der Gesamtstruktur des Judentums noch stärker aus wirken werden, nicht spurlos an der Anstalt vorübergehen können, ist selbstverständlich. Schon jetzt sieht sie sich vor neue Aufgaben gestellt. Die bedeutende Rolle, die das Hebräische als lebendige Sprache, die die verschiedenen Formen des Irrationalen im Judentum jetzt spielen, die weite Verbreitung, die die Methodik des Talmudstudiums in den Jeschiwoth des Ostens durch die engere Berührung von Ost und West gefunden, das alles heischt Berücksichtigung. Aber die alte Forderung des Ausgleichs zwischen Judentum und Kultur ist auch eine Forderung des heutigen Tages. Zumal für den Osten, der heute den Problemen der Jugenderziehung gegenüber sich vielleicht in einer noch verzweifelteren Lage sieht als das westeuropäische im verflossenen Jahrhundert. Es ist von grossen geistigen Führern des Ostens ausgesprochen worden, dass sie in diesen Kämpfen und Stürmen Hilfe von uns erwarten. Dass auch das Rabbinerseminar für seinen Teil an der Erfüllung dieser Aufgabe mitarbeiten wird, indem es festhält an den Ideen, die bei seiner Gründung massgebend waren, diese Erwartung darf man auch für die Zukunft hegen. Will es doch unserer heiligen Lehre dienen im Sinne des Wahl-