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Jeschurun · 1923-09-01 · Heft 9-10 (September 1923) · page 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 9-10 (September 1923)
Date
1923-09-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Zum fünfzigjährigen Bestehen des Rabbinerseminars 327 beherrschenden Büchern in Beziehung standen. Die Arbeiten zum Targum Onkelos und zum Siddur sind freilich nur eine gradliniege Fortsetzung seines bedeutenden Erstlingswerkes: der Herausgabe von Raschis Pentateuch-Kommentar, dem er seine Berufung an das Seminar verdankte. Ebenso hatte er schon vör seiner Berufung eine Abhandlung über den מהרא״י, R. Irael Isserlein, eine der ersten halachischen Autoritäten im Ausgang des Mittelalters, veröffentlicht und hatte damit sein Interesse für das deutsche mehr talmudisch orientierte Judentum bewiesen. Aber erst, die vom altjüdisch-wissenschaftlichen Geiste durchtränkte Atmosphäre, die ihn in diesem Lehrkörper mit R. Esriel Hildesheimer an der Spitze umgab, hat seine ursprüngliche Neigung, die jüdisch - wissenschaftliche Betätigung auf das dem thoratreuen Judentume besonders Nahestehende zu lenken, verstärkt und ihn immer wieder zu Arbeiten geführt, die aus diesem Geiste ihre Kraft sogen und ihn anderseits wieder befruchteten. So erwuchsen denn die Aufsätze, Abhandlungen und Werke, in denen er uralte Kommentatoren des Talmuds, wie R. Chananel neu entdeckte, so schildert er das Leben des Rabenu Tarn, R. Jesaja Berlin, so war er in seiner segensreichen Tätigkeit für den Verein Mekize Nirdomim die eigentlich treibende Kraft, die die Herausgabe des Mischna-Kommentars von Maimonides zum Seder Taharot in arabischem Urtexte anregte, wie die Weiterführung der Veröffentlichung des talmudischen Real Wörterbuches Pachad Jizchok, des Ritualwerkes Sepher ha-Ittim, der vatikanischen, Rezension der Halachoth Gedoloth, des Machsor Vitry u. a. Und wenn er sich in scheinbar ihm fernliegende Gebiete begab, wie in den מ Beiträgen zur hebr. Grammatik in Talmud und Midrasch“, ״Zur Geographie und Ethnographie Babyloniens im Talmud und Midrasch“, der ״Massora zum Targum Onkelos“, immer wieder schillert dieser Zug hindurch. Seine liebenswürdigste Schrift, so müssen wir sie nennen: ״Aus dem Leben der deutschen Juden im Mittelalter״ zeigt uns die deutschen Juden in ihren Freuden und Leiden, in ihren Beziehungen zur Umwelt, in ihrer innigen und schlichten Frömmigkeit, die ein ganz anderes Bild von ihrer Wesensart geben, als man es von den Forschern,

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