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Jeschurun · 1923-09-01 · Heft 9-10 (September 1923) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 9-10 (September 1923)
Date
1923-09-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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322 Zum fünfzigjährigen Bestehen des Rabbinerseminars diese Eindrücke in dem Jüngling durch seinen Lehrer R. Jakob Ettlinger in Altona, der, einer der hervorragendsten Thoragrössen seiner Zeit, auch die Universität besucht hatte und der erste war, der in seinem שומר ציון הנאמן den Thoratreuen Deutschlands ein öffentliches Organ schuf. Philosophie, Orientalia und Mathematik waren die Fächer, die er sich erkor, als er die Universität bezog; auch hier charakteristisch die Wahl der Fächer, die stets als Hilfsfächer gegolten hatten zur tieferen Erfassung der jüdischen Lehre und ihrer kanonischen Literatur. Halberstadt und Eisenstadt waren dann die Etappen, auf denen er zur vollendeten Grösse emporwuchs. Durch eine ausgebreitete praktische Tätigkeit im Gemeindedienst, in erzieherischem Wirken an vielen Hunderten von Talmudjüngern, als Organisator des Kampfes gegen die Reform in Rede und Schrift, als Initiator grosser humanitärer Aktionen im Interesse verfolgter oder notleidender Glaubensgenossen, vor allem aber als der einzige Berufene, der dringendsten Forderung der Zeit Genüge zu leisten, eine Führerschaft für die durch die Assimilation gefährdeten Gemeinden auszubilden. Als daher in Berlin, dem Ausgangspunkt und Zentrum aller destruktiven Tendenzen die Gefahr durch die Berufung Abraham Geigers, als Rabbiner der Gemeinde und Lehrer an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums am höchsten stieg, fiel die Wahl jener kleinen Schar von Getreuen, die den letzten Rest noch retten wollten, naturgemäss auf R. Esriel Hildesheimer. Er nahm die Wahl nur unter der Voraussetzung an, dass er auch hier eine Jeschiwah werde leiten können, in demselben Geiste, wie es in Eisenstadt geschehen. Nach ll/2 Jahren einer freieren Lehrtätigkeit, und nachdem auch im Kreise seiner deutschen Schüler die Anregung gegeben war, erkannte er die Notwendigkeit, den Lehrbetrieb, der bisher ganz allein auf seine eigene Kraft angewiesen, in die Form einer nach Disziplinen gegliederten Lehranstalt mit erweitertem Lehrkörper zu giessen. Es galt freilich, Schwierigkeiten materieller und ideeller Art zu überwinden. Die materiellen haben R.

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