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Jeschurun · 1923-09-01 · Heft 9-10 (September 1923) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 9-10 (September 1923)
Date
1923-09-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Zum fünfzigjährigen Bestehen des Rabbinerseminars 821 Baruch Hirsch Auerbach, Salomon Plessner, David Deutsch u. a., vor allem der einzig dastehenden Persönlichkeit S. R♦ Hirschs, der vielen Laien, die im Kampfe gegen die Reform wackere Beihilfe leisteten, wobei doch eines Mannes Erwähnung geschehen soll, dessen Söhne, Enkel und Urenkel mit der Geschichte unserer Anstalt auf das Engste verbunden sind, des Aron Hirsch Göttingen. Alle diese Männer kämpften vereinzelt. Man kann vielleicht sagen, das selbst S. R. Hirschs geniale Persönlichkeit, weil die grosse Schar befähigter Jünger fehlte, sich in seiner Zeit nicht völlig ausgewirkt und erst lange nach seinem .Tode durch seine Schriften sich einen grossen Kreis erobert hat. Das dringendste Bedürfnis der Zeit war aber, die völlig wehrlosen Gemeinden in ihrem thoratreuen Bestand zu erhalten, oder doch zu mindesten die gefährliche Schnelle des sich vollziehenden Abfalls zu hemmen. Das war die grosse providenzielle Aufgabe des Rabbinerseminars und darum dürfen wir die fünfzigste Wiederkehr des Tages seiner Gründung mit Recht feiern als die Erinnerung eines für die Erhaltung des Judentums historischen Tages. Diese Gründung ist untrennbar verknüpft mit dem Namen des ersten Leiters, R. Dr. Israel Hildesheimer2) זצ״ל. Das Elternpaar — der Vater war ein Schüler des weltberühmten R. Pinchas Hurwitz — sein talmudischer Lehrer, der hervorragende Rabbiner Mathias Levian, das Milieu, es genügt auf den obengenannten Aron Hirsch Göttingen hinzuweisen, die Schule, die mit Talmudthora profane Elementarbildung verband, und vor allem seine ausserordentlichen intellektuellen Gaben, sein eiserner Fleiss, das alles wirkte zusammen, um schon in dem Knaben die Fähigkeit und die Neigung zu entwickeln, die sich in dem späteren Bildner einer Thoratreue und moderne Kultur verbindenden Führerschaft so meisterhaft bewähren sollte. Vertieft wurden 2) geb. 27. Ijar 5580 (1820), gest. 4. Tamus 5659 (1889). Ausführiiches über sein Leben und seine Werke in der Festnummer des Jeschurun anlässlich seines hundertjährigen Geburtstages: Jeschurun VII S. 199—828 und hebräischer Teil S. מ״ה—ס״ו; vgl. ferner die in dem Aufsatz von S. Eppenstein: Leben und Wirken Dr. Hildesheimers angegebene Literatur ebd. S. 814—815.

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