Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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304 Untersuchungen über die Entwicklung usw. dieses wissenschaftlichen Verkehrs kam die Ochla nach Nordafrika und Spanien; wo sie zum ersten Mal von Gelehrten erwähnt wird. Wenn auch der wissenschaftliche Verkehr zwischen den spanisch-arabischen und nordfranzösisch־ deutschen Juden nur ausserordentlich schwach gewesen sein kann, wie aus der Tatsache hervorgeht, dass Maimonides (1135—1204) in Cordova, Fez usw. von Rase hi (1040—1105) in Troyes, der ebenso wie ersterer eine Koryphäe der damaligen jüdischen Wissenschaft war, keinerlei Kenntnis hatte, so wissen wir doch, dass Samuel Gama aus Afrika, der Verfasser der ״Schlachtregeln“, mit Isaak ben Benvenisti, der in Narbonne lebte, in Wissenschaftlichem Verkehr stand. Es ist ferner ziemlich sicher, dass das Studium der hebräischen Grammatik sich von Nordafrika-Spanien nach Nordfrankreich-Deutschland verbreitet hat, zitiert doch Raschi 14) sehr häufig Menachem (b e n S a r u k), so in Ex 3,22 || 21,13 || 28,22 || Hi 24,19 || Ps42,5 und Dunasch (ben Lab rat), so in Nu 11, 8 || Jes 27,11 || Ez 2, 6 || Ps 23,4. Andererseits aber kann die Ochla-Schrift auch unmittelbar vom Orient nach Deutschland-Frankreich gekommen sein; denn es scheint ein direkter Verkehr bestanden zu haben. So wird berichtet, dass zur Zeit der Karolinger ein Gelehrter, namens M a c h i r, von Babylon aus in Narbonne eiuwanderte. Ferner wissen wir, dass R. Gerschom ein Schüler von Hai Gaon war und mit ihm in Briefwechsel stand. Um unsere Ausführung über die Verbreitung der Ocbla- Schrift zu vervollständigen, müssen wir noch einen kurzen Blick auf Italien werfen. Trotzdem dieses Land die Brücke zwischen dem Orient (Palästina) und Deutschland-Nordfrankreich darstellte, hat dort die massoretische Tätigkeit wohl keinen Boden gefunden; denn sonst wäre es nicht möglich, dass einem jüdischen Gelehrten in Italien, der gegen Ende des vierzehnten Jahrhunderts lebte (cf. Letterbode VIII S. 37ff.), namens Dossa ausWiddin, das Buch Ochla unbekannt war (cf. oben § 1, gegen Ende) und dass 14) Cf. Z u n z in seiner Raschibiographie, von Simon Bloch ins Hebräische übersetzt unter dem Namen תולדות רש׳»י, Warschau 1862, S. 16 b.