Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 49)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2292929-2293019-2293024--06270-2299556- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Untersuchungen über die Entwicklung usw. 301 lieferungen und Lehren abwichen, so die (babylonischen) östliehen (מדינחאי), z. B. in Sura und Nehardea, und die (palästinischen) westlichen (מערבאי), z. B. in Tiberias. Die Meinungsverschiedenheiten zwischen den Schulen Ben Aschers und Ben Naftalis offenbaren regstes grammatisch-massoretisches Interesse. Der GaonSaadja9) ist der erste jüdische Gelehrte, von dem bedeutende Werke grammatischen und lexikalischen Inhalts bekannt sind 10). Ibn Ezra nennt ihn den ersten der זקני לשון הקדש (Einleitungskapitel zu מאזנים, ed. pr. Augsburg 1521). In Saadjas Lebenszeit fallen die erbitterten Kämpfe mit den Karäern, wodurch die Beschäftigung mit dem Bibeltext in hervorragender Weise gefördert wurde. Die Probleme der massoretisehen Tätigkeit und die Auffassungen darüber, wie sie vor allem, in den Listen der Ochla-Urschrift zu Tage treten, finden sich auch bei Saadja. Folgende Werke auf sprachwissenschaftlichem Gebiet sind vom ihm bekannt: תשובות על מחברת בן אשר, eine Widerlegungsschrift zu Ben Aschers Werk. ספר לשון עברית, dessen Inhalt aus den Namen der Unterabteilungen zu schliessen ist; es wird berichtet von einer Unterabteilung שער אותיות אהה״ע (über die Kehlbuchstaben שער החלופין;(אהח״ע über die Vertäuschung der Buchstaben); שער הצרופים (über die Konjugation); שער ידיעת רכש ורפה (über die Kenntnis von Dagesch und Eafe) usw. Wir wissen von einem ספד צחות, welches über Wortbildungen, grammatische Anomalien usw. handelte. Von lexikalischen Arbeiten ist zu nennen: ספר אגרון. Die von Saadja dort niedergelegten Ergebnisse seiner Wissenschaftliehen Forschungen stehen noch auf sehr niedriger Stufe und seine etymologischen Kenntnisse kommen bezüglich ihrer Mangelhaftigkeit den in der Ochla-Urschrift uns entgegentretenden ausserordentlich nahe; fast könnte man sagen, die eine Schrift ist die Lehrmeisterin (!) der anderen gewesen. Einige Proben der Cf. ausführlich zum Folgenden: ״Literaturblatt des Orients“ 1879 S. 514 ff, vor allem S. 688—685. 10) Ueber Jehuda ben Koraisch (ca. 870—900) siehe z. B. H. Graetz, Geschichte der Juden (Leipzig 2. Aufl.) V S. 261.