Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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298 Untersuchungen über die Entwicklung usw. Schrift in seinen, wahrscheinlich in Nordafrika geschriebenen ,,.Schlachtregeln“ kein Beweis dafür wräre, dass die Ochla in Nordafrika zuerst bekannt war (woraus dann zu schliessen wäre, dass sie dort entstanden ist). Doch auch diese Annahme lässt sich widerlegen. Wäre das Ochla-Buch in Nordafrika unbekannt gewesen, so hätte Gama in seinen, in erster Linie natürlich für seine Landsleute in Nordafrika und Spanien geschriebenen, ,,Schlachtregeln“ unbedingt eine kleine Bemerkung einfügen müssen über die Art und Weise, wie er zur Kenntnis dieses Buches gekommen und über die Gegend, wr0 diese Schrift entstanden sei, wie etwa Dossa aus Widdin (cf. Isr. Letterbode VIII S. 37 ff., nach Art. S. 301) schreibt: וגם בהיותי בבידדאה ב א ס פ ר אהד מ ק ט ל ו נ י א ה ושמו אכלה ואכלה.... Doch Graetz sucht durch ein argumentum e silentio zu bewreisen, dass das Ochla-Buch in der in Frage stehenden Zeit in Nordafrika nicht bekannt war. Der Lexikograph Da’ud ibn Ibrahim al-FäsI, welcher nach Saadja (892—942) im zehnten Jahrhundert schrieb, führt als Beweis für eine massoretische Bemerkung eine Stelle aus אל מאסרה אל כבירה an und nicht aus dem Buch Ochla. Daraus folgert Graetz, dass der Verfasser dieses Buch nicht gekannt hat und —; daher dieses Buch zu dieser Zeit in Nordafrika nicht zirkuliert haben kann. Abgesehen davon, dass die Berechtigung dieses letzten Schlusses angefochten werden könnte, erscheint uns dieses ganze Argument nach Graetzs sonstiger Auffassung (dagegen unsere Anschauung im § 18) bedenklich, da er doch häufig המסורה הגדולה mit dem Ochla ־ Buch identifiziert (Art. S. 25 etwa sechs Mal). Warum soll die arabische Uebersetzung nicht dieselbe Bedeutung haben? § 9. Also, trotz der von Graetz angeführten Gegenargumente steht u. E. einwandfrei fest, dass die Ochla ־ Schrift nicht erst von Deutschland (R. Gerschom) nach Nordafrika gekommen sein kann. Aber auch Neubauers und Bachers Auffassung ist nicht völlig klar. Sie haben uns nicht mitgeteilt, wie sie sich zur Tatsache stellen, dass mehrfach Massorawerke eiwähnt werden, die zu dieser Zeit von, in D eu tschl an d-Nordfrankreich lebenden, Gelehrten geschrieben sind und die mit mehr oder