Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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264 Die grosse Versammlung gebung ausgesetzt, ist aber nicht zum kleinen Teil vielleicht gerade das, was den Reichtum des Judentums ausmacht, und dass Aguddas Jisroel letzten Endes doch auch zum Ziele hat, was ihr Name besagt, die Einheit in Israel zu verkörpern und zu vertreten. Wir glauben nicht an d e n heiligen Geist, der den Konzilien und ihren Beschlüssen an und für sich schon die Unfehlbarkeit verbürgte. Wenn der Talmud schon von dem Einzelnen das kühne Wort geprägt צדיק גוזר דהקב״ה מקיים, dass Gott das erfüllt, was der Fromme beschliesst, um wie vielmehr gilt das von den Vielen. Von der Versammlung allein wird es abhängen, von dem Geist, der von ihr emporsteigt, von den Eindrücken, die man dort oben von ihr empfängt, ob die rechte השפעה auch nach unten gelangt und ob dann ihrer Hände Werk gelingt. Ein wunderbares Bild steigt vor unseren Augen auf, im Talmud und Midrasch vielfach gestaltet: der Schöpfer und Erhalter des Alls, der Allmächtige, Allgütige und Allwissende vereint mit פמליא של מעלה seinem obersten Rat. Da sitzen sie nun Alle, die doch auf Erden ihre eigenen sehr verschiedenen Wege gegangen, die grossen Führer, aus deren Wirken und Werken die verschiedenen Richtungen und Gruppen innerhalb des zeitgenössischen thoratreuen Judentums* das Recht und die Forderung ableiten, ihre Auffassung von Gott, ihr Wandeln vor ihm als die allein richtige und beseligende zu verkünden. Da sitzen sie alle friedlich vereint und lauschen mit Gott auf das, was ihrem Volke zum Heile werden 8011. Dass doch, wenn der göttliche Ratschluss um unserer grossen Sünden willen Schlimmes verhängt haben sollte, die Gottheit wie in der Er- Zahlung des Talmuds am Ende der Tagung mit frohem Lächeln ausrufen könnte: נצחוני בני. Meine Kinder haben mich überwunden! J. W.