Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die grosse Versammlung 263 Länder zerstreut, einer jeden ethnischen Gruppe innerhalb des Judentums ein anderer Stempel aufgedrückt ist. Das Milieu hat nicht nur in Westeuropa seit der Emanzipation, sondern auch in den weiten Gebieten des Ostens und hier verschiedenartig nach den einzelnen Länderkomplexen, ja schon zur Zeit des Ghettos entscheidenden Einfluss ausgeübt. Wir haben alle von den umgebenden Völkern ihre besonderen Fehler und oft auch ihre Tugenden übernommen und ob Fehler oder Tugend eine besondere Eigenart in Denken, Fühlen und oft auch Handeln. Diese Unterschiede lassen sich leicht überbrücken, wenn es sich um die Erreichung praktischer Zwecke handelt, schwer aber dort, wo es um das Höchste und Letzte geht, die Welt zu gestalten durch die Herrschaft des Allmächtigen. Dazu kommt, dass über die richtige Erfassung von Lehre und Leben im Judentum trotz der 613 Gebote und aller Paragraphen unserer massgebenden Ritualwerke, trotz der dreizehn Glaubenssätze des Maimonides und aller Literatur, die sich daran angeschlossen hat, noch recht weitgehende Differenzen vorhanden sind, wie sie seit Jahrtausenden es waren. Der Masse derer gegenüber, die dem Judentum entfremdet, bilden wir freilich eine geschlossene Einheit, so geringfügig sind in dieser Hinsicht jene Unterschiede. Es ist das grosse Verdienst des Einen, in dem die Idee der Aguddas-Jisroel zuerst aufgeflammt, der das zarte Flämmchen, das so oft zu erlöschen drohte, immer wieder von neuem entfacht, der mit einer Hingabe ohne Gleichen, mit Energie und doch besonnener Klugheit, das Widerstrebende zu einen sich bemühte, dem es zum grossen Schmerze aller in Wahrheit Thoratreuen nur mit einer grossen und sehr wichtigen Gruppe nicht gelungen ist, zur Einigung zu gelangen, es ist das grosse Verdienst dieses Mannes, dass diese konstituierende Versammlung zur Wirklichkeit geworden. Möchte doch dieser Geist auch im Verlauf der ganzen Tagung seine Kraft erweisen, dass die Einheit in der Mannigfaltigkeit gewahrt wird, dass allen Teilnehmern zum rechten Bewusstsein kommt: die Vielgestaltigkeit all dessen, was sich innerhalb des thoratreuen Judentums auslebt, ist gottgegeben, da Er es ja ist, der uns all den Einflüssen der Um-