Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- IRI
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262 Die grosse Versammlung Judentums ist kein leerer Wahn, nicht in dem Sinne der Judenfeindlichen lächerlichen Angriffe, deren Nichtigkeit wir am besten kennen, sondern in dem unserer Propheten, Denker und Sänger, die wenn sie vom Gottesgeist ergriffen waren, diese Gemeinbürgschaft Israels in tiefen Sentenzen, in ergreifenden Reden und Liedern begründet und verherrlicht haben. Die Selbstbehauptung dort, wo es gilt, die Reinheit des Glaubens zu wahren, den Erfolg einer nur von dem Sinaigesetz beherrschten Wirksamkeit in Haus, Schule und Gemeinde zu sichern, eine die religiösen Werte schützende Gesetzgebung in den Golusländern oder gar im Lande Israels zu gewährleisten, wird oft einen schweren Kampf erfordern auch gegen diejenigen, die unsere Brüder sind nach dem Blut, am schärfsten dort, wo die Untergrabung und Zerstörung dessen, was uns heilig ist, zum Prinzip erhoben wird. Es ist eine alte Wahrheit, dass auch der Beste nicht im Frieden leben kann, wenn es dem bösen Bruder nicht gefällt. Aber immer sollte hinter allem, was in der Versammlung gesprochen und beschlossen wird, das Bewusstsein stehen, dass hier der נלל ישראל, in Wahrheit alle, die nur mit dem Namen Israels benannt werden, vertreten sind, dann kann unmöglich eine Parteileidenschaft aufflammen, dann wird das, was zur Sicherung der Klarheit der Prinzipien festgestellt werden muss, sich eben auf das notwendige beschränken, dann wird jede überflüssige Polemik ausgeschaltet sein und die ganze Arbeit, die ja an sich riesengross ist, auf den positiven Aulbau sich konzentrieren lassen. Dass nie vergessen werde: Eines schickt sich nicht für alle: Politik und Diplomatie im üblen Nebensinne des Wortes hat nie zum Siege geführt, wenn es sich um den Kampf grosser Ideen handelte, sie ist vor allem, mag sie noch so sehr zu Nutz und Frommen des nächstgelegenen Zieles erforderlich erscheinen, einer solchen, wir wiederholen immer, einer heiligen Versammlung unwürdig. Und das letzte, das schwierigste und doch allerwichtigste und wertvollste: dass es der Versammlung gelänge, die rechte Einheit in der Mannigfaltigkeit zu finden. Wer wollte leugnen^ dass schon allein durch den Umstand, dass wir in so viele