Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Die grosse Versammlung 261 anzu erkennende Zweck der Veranstaltung oder zum mindesten eines ihrer wichtigsten Ziele, dass das thoratreue Judentum sich seines numerischen Gewichts bewusst wird und aus diesem Bewusstsein Hoffnungsfreudigkeit und Stärke für das weitere Arbeiten im Dienste Gottes schöpft. Doch das alte לא בודל ולא בנה bleibt immer wrahr, nicht in der Zahl liegt unsere Kraft, sondern dass wir den Geist Gottes hier auf Erden verkörpern. Vor der Energie und der Opferfreudigkeit der Thoratreuen beugen sich in Achtung auch die Gegner. Sie würden in ihnen ihre Vorbilder sehen, denen sie nacheifern müssen, vor denen alle ihre Theorien und Bestrebungen zerstieben, wenn ihre ganze Seele von den Bekennern des überlieferten Judentums gefangen genommen würde, wenn von diesen ein jeder in sich den עבד ה׳ wieder aufleben liesse, wenn sie in ihrer Gesamtheit ein Reich von Priestern wären, ein in Wahrheit heiliges Volk. Was einst die grossen Führer des Volkes, die gottgesandten Propheten als Einzelne waren, das 8011 die Ver- Sammlung als Ganzes sein. Wie Donner grollten Jener Drohungen, wie Blitze zuckten die Worte, die dem Hammer gleich auch den Felsen spalteten. Aber sie fühlten sich auch im Zorne eins mit ihrem Volke, sie litten mit ihm und weinten um seine Not und rangen mit ihrem Gotte um die Seelen auch der Verworfenen, bis das Wort der Verzeihung ertönte. Von unserem ersten Führer Mosche an, der mit seinem entarteten götzendienerischen Volk lieber untergehen wollte als der Stammvater eines neuen Volkes zu werden ואם אין מחד נא מספרך geht von Geschlecht zu Geschlecht die Reihe derer, die des Bundes der Brüder nie vergassen, der Gleichheit des Blutes, der gemeinsam erlittenen Leiden, all dessen, was eben den Bruder an den Bruder kettet, mag er noch so ferne Wege gegangen sein. Um wie viel stärker muss in den heutigen Zeiten das Gefühl der Zusammengehörigkeit sich geltend machen, weit mehr noch als in der biblischen Zeit, nachdem zwei Jahrtausende einer beispiellosen Leidensgeschichte an das gemeinsam miteinander und für einander vergossene Blut erinnern. Fliesst doch fast in einem jeden von uns das Blut der Märtyrer. Ja die Solidarität des