Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1923)
- Date
- 1923-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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- IRI
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Die grosse Versammlung 259 führer, die oft freilich selbst der Führung bedürfen, werden es nicht verhindern können, dass sie dann oft den letzten Sinn alles Thorastudiums verkennt und im äusserlichen Lernen und Ueben genug getan zu haben glaubt, ja in eine für die Jugend besonders schädliche Selbstgerechtigkeit und Selbstüberhebung verfällt, so schädlich, weil sie ihr den Weg zur sittlichen Erhebung zur religiösen Vervollkommnung, zum Kern und Wesen des Judentums verbaut Eine jede Richtung innerhalb des Judentums, vertreten durch besondere Länderkomplexe, hat hier die Mittel au der Hand, um das eigentliche Hochziel des Judentums ihrer Eigenart entsprechend zu fördern. Dass über alle — an sich äusserst wichtige Erörterungen über die beste praktische Gestaltung der Jugenderziehung: Wie gewinnen wir die die wir zu verlieren fürchten müssen, wie bannen wir die Kräfte, die aus der sozialen Not, aus der kulturellen Beeinflussung all unsere Arbeit zu zerstören drohen — dass über alle diese Fragen doch die letzte und wichtigste nicht vergessen wird: Wie pflanzen wir in das Herz der Jugend jene אהבה ויראת ה׳, jene Religiosität, die, weil sie eben bis in die unergründlichen Tiefen der Seele gedrungen, auch von den stärksten Stürmen^ nicht zu entwurzeln ist, das ist der erste Wunsch. Und dass wir in dem erhebenden, in einem geschichtlich so bedeutsamen Moment in der Entwicklung des Judentums auch unserer Schuld gedenken! Dass wir nicht meinen, wie haben wir’s doch so herrlich weit gebracht, doch allen Ernstes bedenken, לא זכו בעתו! So haben es die Grössten in Israel zu allen Zeiten gehalten, sie massen das Erreichte an dem Ideal und fanden es so winzig klein. Da die Verbannten von allen Enden der Erde sich sammeln, nicht geführt von dem Messias aus dem Hause Davids, auf fremdem Boden, liegt die Frage nicht nahe, warum, 0 Gott, last du es nicht genug sein des Elends, verbirgst du dein Antlitz nun schon Jahrtausende?! Hoffnungslos müssten wir einer unendlich langen Frist noch entgegenharren, wollten wir darauf warten, dass auch der letzte von jüdischen Eltern Geborene seinen Weg zum Sinai zurückfände. So war es auch nicht nach der ersten Verbannung. Den