Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Die altisraelitischen Propheten usw. 227 hafte Neigung besessen, mit Mensehenmist zu backen (4, 12.15)? Hat er zugleich zeitweilige Stimmlosigkeit und zugleich die Eigenart besessen, zu anderer Zeit zu seufzen (21,11)? Solche sich selbst verneinende Fragen gibt es eine ganze Reihe, wie in meiner angeführten Abhandlung eingehend gezeigt wird. Also zunächst inbezug auf Hesekiel hat Jacobi sich nur kritiklos an eine neuere Hypothese angeschlossen, die übrigens auch von anderen Gelehrten7) abgelehnt wird, da sich die Annähme, dass Hesekiel ein Kataleptiker gewesen sei, ״nicht mit seiner sonstigen geistigen Gesundheit vereinigen lässt. “ Neue Gründe für die Meinung, dass Hesekiel an krankhaften Zuständen gelitten habe, bringt er nicht bei. Denn solche können nicht in folgenden Sätzen gefunden werden. ״Wenn wir sehen, wie Hesekiel z. B. wie ein Kind auf dem Boden kauert, wie er gegen einen Ziegelstein, den er durch eine Aufschrift als Stadt gekennzeichnet hatte, einen ״ ״Belagexungswall“ “ und ״ ״Türme“ “ aufrichtet, wie er mit einer Bratpfanne in der Hand die Belagerung der eingebildeten Stadt durchführt, mutet es nicht an wie das spielerische Treiben eines Hysterischen im Dämmerzustand.“ (S. 51). In diesen Worten liegt keine Begründung dafür, dass Hesekiel an Hysterie gelitten habe. Diese Worte Jacobis zeigen nur, wie sehr er in seiner Hypothese befangen ist, sodass ihn das bitterernste Tun dieses Propheten wie Kindesspielerei ״anmutet“. Und welche Beweise bringt er in bezug auf andere Führer unter den Propheten der legitimen Religion Israels für die Behauptung vor, dass sie erstens an Ekstase gelitten hätten? Dass er einen ersten solchen Beweis mit Unrecht schon in dem hebräischen Ausdruck für ״Prophet״ findet, ist bereits oben gezeigt worden. Dass eine zweite falsche Grundlage seiner Meinung in der Vermischung der Prophetenmeister mit den Prophetenjüngern liegt, ist ebenfalls schon zutage getreten. Einen 7) z. B. auch von dem Mediziner Dieckhoff in der Zeitschrift für Religionspsychologie I. S. 202 ff. und von Volz in seinem Buche ,.Der Geist Gottes1911) ״). S. IS.