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Jeschurun · 1923-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1923) · page 46

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1923)
Date
1923-05-01
Page
– (sequence 46)
Language
German
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226 Die altisraelitischen Propheten usw. die dieses Urteil billigten, sind ohne neue Gründe Alfred Jeremias (Das Alte Testament usw. 1906, 582), dann G. Hölscher (Die Propheten 1914, 305) und nun auch Jacobi eingetreten. Auch er schreibt (S. 49): ״Entschieden hat der Prophet Hesekiel im Zusammenhang mit seinen ekstatischen Erlebnissen an Zuständen zeitweiliger Sprachlähmung gelitten (3,15. 25f. usw.). Ganz merkwürdig mutet dann noch ein Anfall allgemeiner Muskelstarre von monatelanger Dauer an, der sich nach Empfang der Nachricht von der Belagerung Jerusalems und im Anschluss an den Tod seines geliebten Weibes eingestellt hat (4,8).“ Schon aus diesem Zitat ersieht man, dass er den Text nur flüchtig angesehen hat, denn dort ist von dem zweiten angeblichen Ereignis gar nicht die Rede. Aber die Hauptsache ist, dass alle neueren Vertreter von Klostermanns Aufstellung nicht die Darlegung beachtet haben, die von mir über diese Frage6) veröffentlicht worden ist. Da ist darauf hingewiesen, dass in 24, 3 der Befehl Gottes zu einer symbolischen Handlung ausdrücklich mit diesen Worten eingeleitet wird: ״Gib dem Haus der Widerspenstigkeit ein Gleichnis: nämlich setze den Kochtopf auf und giesse Wasser hinein usw.!״ Das ist der positive Beweis dafür, dass alle Abschnitte des Buches Hesekiel, die einen göttlichen Auftrag zu symbolischen Handlungen berichten, Gleichnisse sind, deren Subjekt der Prophet, und zwar teils als Repräsentant seines Gottes und teils als der seines Volkes ist. Für diese Auffassung gibt es aber auch eine Reihe von negativen Gründen. Denn es können nicht einige Berichte über gottbefohlene sinnabbildende Handlungen aus dem Umkreise aller Er- Zählungen über solche Handlungen herausgenommen werden, die bei den Propheten und zunächst bei Hesekiel vorkommen. Wenn also in Hes. o, 24 ff. und 4,4ff. Symptome krankhafter Zustände des Propheten erkannt werden dürften, so müsste dies bei allen symbolischen Handlungen desselben getan werden dürfen. Aber hat er auch die krank- 6) in der Neuen Kirchlichen Zeitschrift (Leipzig 1892). S. 650fi.

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