Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1923-05-01 · Heft 5-6 (Mai 1923) · page 45

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 5-6 (Mai 1923)
Date
1923-05-01
Page
– (sequence 45)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2293019-2293023--06193-2299478
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die altisraelitischen Propheten usw. 225 ihn verwenden, um das Bild der Propheten der legitimen Religion Israels zu zeichnen? Es ist geradezu unbegreiflich, dass das Hinken um den Altar, das von den Baalspropheten geübt,[aber von Elia verspottet wurde (1. Kön. 18,26), bei Gressmann, Gunkel5) Jacobi (S. 8) zur Charakteristik der Propheten der Reihe Elia, Elisa, Arnos, Hosea usw. verwendet wird. Aber ebendieselben modernen Geschichtsschreiber der wahren Religion Israels lassen ja auch die ״S elbst Verwundungen״ als Mittel zur Erregung der Ekstase anwenden, und doch sind solche in Wirklichkeit nur bei den Baalspropheten (1. Kön. 18, 28) und den betrügerischen Jahwepropheten (Sach. 13,2—6) erwähnt. Vor dieser ungeschichtlichen Nivellierung verschiedener religionsgeschichtlicher Grössen hätte man sich doch schon deswegen hüten sollen, weil man selbst zugestehen muss, dass ״merkwürdigerweise als Mittel für die Hervorbringung der Ekstase nirgends das Fasten erwähnt wird״ (Jacobi, S. 10). Aber alles dies, was wir bis jetzt in dem neuesten Buche über die althebräischen Propheten gelesen haben, war nichts Neues und Eigenes. Man muss aber überhaupt in diesem Buche bis S. 47 lesen, ehe der Mediziner wenigstens Miene macht, von sich aus die Sache, um die es sich handelt, zu beurteilen. Und was erleben wir nun da? Nun zunächst spricht er nur von H e s e k i e 1. Es ist aber doch bekannt, dass gerade bei diesem Propheten seit längerer Zeit gewisse Störungen des Muskel- und Nervenapparates behauptet worden sind. Es war ja insbesondere Aug. Klostermann (früher in Kiel), der in einer Abhandlung, die in der Zeitschrift ״Theologische Studien und Kritiken1877 ״ erschienen ist, nachweisen wollte, dass Hesekiel an zeitweiliger Stimmlosigkeit und Halbgelähmtheit gelitten habe. So wollte Klostermann es erklären, dass Hesekiel nach 3, 24—27 usw. ein längeres Verstummen und nach 4, 4ff. ein längeres Liegen erst auf der linken und dann auf der rechten Seite geübt hat. In die Reihe derer, ö) Gunkel, Das Alte Testament in Auswahl, XXXII. Lieferung. (1915), XXII.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.