Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 41)
- Language
- German
- Belongs to
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Die altisraelitischen Propheten u3w. 221 Da ist nämlich auch ein Psychiater über jene Propheten gekommen und hat sie in seelenärztliche Behandlung genommen. Das ist in dem Buche geschehen, das Dr. W. Jacobi {Abteilungsarzt der psychiatrischen Universitätsklinik zu Jena) unter dem Titel ״Die Ekstase der alttestamentlichen Propheten״ geschrieben hat, und das zwar die Jahreszahl 1920 trägt, aber erst im Laufe von 1921 herausgekommen ist. Wie nun ist dieser Versuch aufgebaut und wie ist sein Ergebnis zu beurteilen? Einen ersten Charakterzug besitzt diese Darlegung darin, dass sie vieles vorführt, was keinen Bezug zu ihrem Thema hat. Denn weitläufig wird von der hebräischen Bezeichnung dieser Männer gesprochen, und das wäre noch eher zu billigen, wenn der Verfasser dabei ein kritisches Urteil über die bisherigen Ableitungen des Ausdrucks nabf abgeben oder einen neuen Weg zu dessen Deutung zeigen könnte. Aber ohne Angabe irgendwelchen Entscheidungsgrundes wählt er gerade den Ableitungsversuch, der keine sprachliche Grundlage besitzt. Nämlich G. Hoffmann hat einst mal in der Zeitschrift für die alttestamentliche Wissenschaft (1883), S. 88 behauptet, der nabf sei der, welcher ״seine Rede laut und tobend, unter tiefen Ausatmungen hervorstösst, also ein Mann, der sich in körperlicher und seelischer Erregung befindet. ״ Weshalb stimmt Jacobi gerade dieser Meinung zu? Weil er daran die Folgerung knüpfen zu können meint, also sei der nabf ״ein Mann gewesen, dessen Art zu reden von der normalen stark abweicht, der in Ekstase redet״ (S. 3). So denkt er, seine Grundansicht vom althebräischen Prophetentum schon an die Urbedeutung des hebräischen Wortes für ״Prophet“ anlehnen zu können. Aber ganz mit Unrecht hat er diese Ableitung des hebräischen Ausdrucks für ״Prophet“ hervorgesucht, die keine sprachliche Grundlage besitzt, und die Erklärung des Wortes nabf als ״Sprecher״ verschmäht, die es mit dem lautlich ganz gleichen arabischen Zeitwort näba’a ״verkündigen״ verknüpft und damit zusammenstimmt, dass der nabf an mehreren Stellen (2. Mos. 4,16; 7,1 usw.) als der ״Mund״ und in Jes. 43,27 als der ״Dolmetscher״ bezeichnet ist. Folglich muss es dabei bleiben, dass der nabf als der ״Sprecher״ im vorzüglichen