Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Hohelied 205 von Schilderungen mit ihrem ־widerhallenden Gleichklang, zeugt die Durchführung derselben Personen, des Haupthelden und des Chores. Die Einheitlichkeit vorausgesetzt, ist aber für die Entstehungszeit der Vers 6, 4 : ״schön bist du wie Thirza, lieblich wie Jerusalem״ entscheidend. Thirza ist eine uralte Stadt Palästinas, unweit Sichern, sie wird in Josua erwähnt bei der LandeseToberung als eine Königstadt und diente vom König Baesa an (1 Reg. 15,21) den Königen von Israel als Residenz. Wenn sie also im genannten Verse in einem Atemzuge und gleicher Liebe wie Jerusalem als Bild der Schönheit erwähnt wird, so muss der Sänger einer Zeit angehört haben, wo die Teilung des Reiches noch nicht das Land in zwei feindliehe Gebiete zerrissen hat. Dafür spricht aber nicht nur diese eine für sich allein beweiskräftige Stelle, sondern die sinnfällige Erscheinung, dass alle Teile Palästinas dem Sänger gleich bekannt und gleich ans Herz gewachsen sind. Er kennt die Schauer des Libanongebirges wie die Weinberge En-Gedis am Toten Meer, ihm ist das Gilead im Ostjordanland, ist Hesbon, die alte Sichemstadt mit ihren Wasserwerken, so vertraut wie Damaskus am Fusse des Antilibanon. Die ganze Pflanzenwelt des heiligen Bodens, in der Saronebene wie an den ״Gewürzbergen״, den Berghängen des Südens ist ihm bekannt. Aber fast alle diese Gebiete waren von dem Zwergstaat Juda nach dem Staatsstreich Jerobeams abgetrennt. Daraus folgt unzweifelhaft: das ganze Land von Dan bis Beerseba, vom Meer bis zu den Grenzen Rubens und Gads bilden den Hintergrund unseres Liedes, das sich dadurch als der salomonischen Zeit angehörend deutlich erweist. Die moderne Kritik will begreiflicherweise das Alter des Liedes herabdrücken; man macht dafür sprachliche Gründe geltend. Erstens weise der Gebrauch des Relativums -עז wie in שאהבה נפשי ,מטתו שלשלמה /כרמי 'עזלי auf eine späte Entwicklungsperiode der Sprache hin, zweitens seien Lehnwörter wie פרדס Trapaostaos deutliche Anzeichen späterer Kultureinflüsse. Wir können beide Argumente nicht gelten lassen: im Deboralied,