Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 5-6 (Mai 1923)
- Date
- 1923-05-01
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2292929-2293019-2293023--06152-2299437- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
184 Zwei Wege Jiden“5), sie waren ihnen mehr eine Art Chassidim, allerdings von besonderem Charakter: misnagdische Chassidim. Mt grossem Interesse fragte man: Was wird wohl aus Litauen werden? Was werden die Litwaks mit ihrem grossen R. Jisroel machen? Werden ßeb Jisroels *Mussarstübel6״) die Kraft und Wärme besitzen, um kalte Misnagdim zu elektrisieren, um diese einsamen Charaktere, von denen jeder seinen eigenen Weg geht, zu einer Einheit zu verschmelzen? So herrschte im״ klugen Lubawitsch Zweifel, gutmütig spöttisches Lächeln und doch erregte Erwartung. Das Verhältnis der beiden Grossen wird am besten illustriert durch folgende, bei den Chassidim umlaufende Erzählung. R. Jisroel und R. Schemuel trafen einander einmal in Petersburg anlässlich einer Zusammenkunft von Rabbinern. Sie wohnten in demselben Hotel. R. Schemuel mit seinen Begleitern nahm eine ganze Zimmerflucht, R. Jisroel mit seinem Talles und Tefillin eine kleine Kammer. Beim Rasch stand natürlich die Tür keinen Augenblick still, der wollte einen Rat, die eine ן Beröche, der dritte nur denRebbe sehen, ihm Scholem alechem! geben, ברוך שחלק sprechen. Zwischen Mincha und Maariw sagte | man Chassidus, sang des Raw’s Nigun, dawente mit grossem Feuer und am Schluss von Olenu (wie bei den Chassidim öfters 5 als Finale ein Tänzchen, Hand über Schulter; kurz, es war ליהודים; R. Schemuel strahlte vor Freude. Eine Kleinigkeit! Welch11 lohendes Leben in der Jüdischkeit und das — in Petersburg? Aber mitten im Trubel, als die Chassidim im Raum sich förmlich drängten, schlich der Rasch sich fort, in die Kammer von Jisroel . . 5) Bezeichnung für die Misnagdim in der Umgangssprache d! Chassidim. I 6) Mussarstübel im hebräischen בית המוסר, kleine Beth Hamidrascll׳ räume, nur eine Bibliothek von Mussarsforim enthaltend, jeder Zeit zi|־ gänglich, damit wer das Bedürfnis fühlt, zu jeder Stunde des Tagejb dorthin sich zum Mussarstudium begeben kann. Wie der Mussar auch nach der Methode R. Jisroels getrieben werden muss, darüber vgl• אור לישראל S. 32. 1