Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1923-03-01 · Heft 3-4 (März 1923) · page 82

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 3-4 (März 1923)
Date
1923-03-01
Page
– (sequence 82)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2292929-2293019-2293022--06145-2299429
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

178 Einige Gegenbemerkungen zu S. 59f Einige Gegenbemerkungen zu Jesch. I/II S. 95 f. In der sehr freundlichen Besprechung, die auf S. 95 f der neuen vermehrten Auflage meines Wörterbuchs gewidmet ist, scheinen mir einige Sätze doch einer Genauerbestimmung zu bedürfen, und um der Sache willen muss ich mir dazu das Wort erbitten. Insbesondere ist es gleich die erste Bemerkung meines geehrten Kritikers, die mir die Feder zur Entgegnungen die Hand drückt. Er meint ja, dass mit meinem Vorschlag, das ’al von Ps. 121,3 durch ״etwa“ zu übersetzen, der Gedanke des Dichters, dass Gott den Hilfesuchenden nicht wanken lassen wird, dass der Hüter nicht schlummert, verkannt werde. Aber dies zu verkennen, liegt niemandem ferner, als mir, und eine solche Verkennung ist auch in meiner Uebersetzung des ,al mit ״etwa? num?“, wie von mir gesagt ist, nicht enthalten. Denn der Fragesatz ״Wird er etwra deinen Fuss dem Wanken preisgeben? Wird dein Behüter etwra schlummern?“ setzt ja, wie auch das von mir hinzugefügte ״num?“ anzeigt, eine verneinende Antwort voraus, und die selbstverständliche Verneinung, jener — mit dem Blick auf Schwachgläubige gestellten — ironischen Fragen ist der stärkste Ausdruck der Ueberzeugung. dass der Ewige nicht dem Baal von 1. Kön. 18,27 gleicht. Dass eben dieselbe Bedeutung von al nicht ebenso sicher in Prov. 31,4 vorliegt, habe ich, was der Herr Rezensent nicht erwähnt, selbst durch die Worte ״und doch auch“ angegeben. Jedenfalls aber braucht das;al von V. 4 nicht gleich dem von V. 3 zu sein. Eine solche mechanische Zusammenstimmung braucht man dem Dichter nicht zuzumuten. Ausserdem steht in V. 4 kein Imperativ, und vor dem Weintrinken brauchen die Könige nicht ebenso stark, wie vor dem Vergeuden ihrer Kraft in Haremswdrt Schaft, gewarnt zu sein. Ferner in ״Tyrus, du hast gesagt: Ich bin inbezug auf Schönheit vollkommen“ (Hes. 27,3) entbehrt die Setzung des Pronomen vor der Verbalform nicht eines auffallenden Charakters. Dieser kann nicht durch den Hinweis auf das wre? attä von Jes. 14.13 beseitigt wTerden. Denn an der letztgenannten Stelle ist ״und doch hast du gesagt“ hinter V. 12 sehr natürlich. Also nicht ״sonderbarerweise“ Jvermute ich, dass in Hes. 27,3 ,emeth ״in Wahrheit“ gemeint w״ar, wromit~anerkannt werden sollte, dass Tyrus sicherlich Grund hatte, sieh seiner Schönheit oder überhaupt Grösse zu rühmen. —b SodamUmasär bedeutet doch ״überliefern”, wie es z. B. in der massoretischen Randbemerkung zu Esth. 9,7 anerkanntermassen vorliegt. Nun steht in 4. Mos. 31,16 von jenen Midianiterinnen ״um zu überliefern Untreue gegen den Ewigen.“ Da mache ich den Vorschlag, dass man durch die Ueber- Setzung des masär mit ״überleiten oder einschmuggeln״ den Vorgang־

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.