Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- – (sequence 78)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Ein jüdisches Lesebuch usw. z. B. schliesst sich an eine topographische Uebersicht über die Türkei ein Stück an mit dem Titel: Die Juden in der Türkei; an eine Kulturübersicht über A s i e n ein ausführliches über Palästina, Jerusalem, die Juden in Palästina, die übrigen Juden Asiens u. s. w.: danach anschliessend eine Reihe auf Palästina bezüglicher Poesien, letztere für unseren Geschmack allerdings veraltet. Ein andres Stück ist betitelt: Zustände der Juden in Afrika, in Algier, in Amerika. Der Beschreibung einzelner deutscher Provinzen folgen Biographien bedeutender jüdischer Persönlichkeiten, die dort geboren sind oder gewirkt haben. Einzelne Stücke heissen: Mohamed und die Juden, Die Juden in den Kreuzzügen, Ueber den jüdischen Kalender etc.). Die Lesestücke sind nach entsprechender Neuauswahl und Modernisierung der stark veralteten Ausdrucksweise wohl geeignet, einem modernen Lesebuch als Grundlage zu dienen, namentlich dem Geographischen Unter rieht neue Wege im jüdischenSinnezu weisen. Dagegen leistet das Buch für jüdisch-litterarische und ä s t h e t ische Zwecke wenig. Höheren dichterischen und künstlerischen Ansprüchen sucht das Lesebuch von Dr. Leo Deutschländer (שם ויפת Westöstliche Dichterklänge, Jüdisches Lesebuch, Breslau, 1918, Briebatsch s Verlagbuchhandlung, zu genügen). Das Buch hat Grösse und Einfachheit zugleich, es sind fast durchwegs kleine Kunstwerke dichterischen, kunstgeschichtlichen, kulturhistorischen, gft humorvollen Inhalts, und was der Hauptvorzug ist, ״Und wo ihr*8 packt, da ist es interressant“, es gibt modernes, frischpulsierendes Leben, ist wahrhaft jüdisch bis zum letzten Nerv, ist fesselnd, lebensvoll, sittenschildernd ohne irgendwo langatmig didaktisch zu werden. Es ist eine ganz neue Einstellung in dem Buche: Es weist mit energischem Finger auf den ewig unversieglichen jüdischen Kraftquell für jüdisches Leben, auf den jüdischen Osten in Europa hin, und bringt Proben (leider nur zu kurze!) aus neuern ostjüdischen Schriftstellern wie M. Buber, S. Frug, bin Gorion, M. A. Klausner, S. Cohn, S. Kompert. Kulke, I. L. Perez, M. Rosenfeld, Zlozisti,