Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- – (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
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Bemerkungen zum Sephirogebot 153 mühte sich diese מלאכות in möglichst grösster Oeffentlichkeit zu verrichten (vgl. Menach. X, 1). Auch in der Sephirovorschrift ist manches auffallend. In engster Verbindung mit dem Omeropfer steht nämlich das Sephirogebot. An zwei Stellen, wo von dem Omer die Rede ist, wird die Zeit dieses Omers auch für die Sephiro angegeben. ״Ihr sollt von anderem Tage de3 Festes, von der Zeit, wo ihr das Omer dargebracht habt, sieben Wochen zählen״ (Lev. 23,15). Beide Gebote haben erst mit Einzug in das heilige Land begönnen (vgl. ibid). Nach fast allen Dezisoren (vgl. Orach Chajim •489 ,בית ייוסף Scklgw. ומ׳ ש) hörte mit der Zerstörung des Heiligtums, wo die Darbringung des Omers eingestellt wurde, auch die Thorapüieht von Sephiro auf. Unser Zählen heute ist ein זכר למקדש, eine Erinnerung an die Zeit des Heiligtums (vgl. Menachoth 66 a). Hieraus ersehen wir, dass die Sephiro mit dem Omeropfer und nicht wie vielfach angenommen, mit dem Wochenfeste in Zusammenhang steht. Denn das Wochenfest bleibt nach allen Ansichten für alle Zeiten eine Thoravorschrift. Weshalb wollten nun die Weisen durch die Zählung besonders das Omeropfer verewigt haben? Es gab doch so und so viele Opfer, deren Erinnerung nicht durch eine Einrichtung festgehalten wurden? Ferner: Das Omer war ein Gemeindeerstlingsogfer. Der Einzelne brachte von den bekannten sieben Fruchtarten (Deut. 8, 8) ein ähnliches Erstlingsopfer. Die Zeit hierfür war vornehmlich vom Wochen- bis zum Laubhüttenfeste (Bick. 1,6). Nun ist merkwürdig, dass es dem Einzelnen vorgeschrieben ist, von dem עומד und nicht von den בכורים, seinem Erstlingsopfer zu zählen? Bei dem Gemeindeomeropfer wäre eine Sephiro des בית דין passender. Das Synhedrinm hat die Jahre festgesetzt und zugleich jährlich auch eine Sephiro der Jahre bis zu den Jobei vorgenommen. Man erwartete demnach, entweder, dass der Einzelne die Sephiro mit der Darbringung seiner Erstlingfrüchte beginnt, also der Beginn der Sephiro dem Einzelnen überlassen, oder dass die Thora einen Tag für die Darbringung der Erstlingfrüchte festsetzt und hieran anschliessend die Sephiro vornehmen