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Jeschurun · 1923-03-01 · Heft 3-4 (März 1923) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 3-4 (März 1923)
Date
1923-03-01
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Das Hohelied 109 und verzichtet auf Anteil aus der Ernte, auf Lohn für treue Wacht. Es bleibt dabei unentschieden — der Text lässt beides zu — ob sie einst dieser Pflicht der Hut untreu geworden und jetzt durch ihre Hingebung die Sünde der Jugend wiedergutmacht, oder ob sie durch fremde Pflichten dem eignen Besitz nicht sich hat widmen können und nun mit verdoppelter Kraft sich der Pflege des ihr Anvertrauten befleissigt. Der ganze Verskomplex VIII 8—12 stellt jedenfalls das Einst dem Jetzt gegenüber, die Sorgen und Mühen der Vergangenheit der glücklichen Selbstgewissheit und Sicherheit der Gegenwart. Auch die beiden Schlussverse des Liedes sind nicht leicht einzureihen. Sie enthalten eine Aufforderung des Liebenden an die Braut, ihre Stimme hören zu lassen, sie aber fordert ihn auf, zu enteilen mit Hirschesgeschwindigkeit. Es kann dieses Distichon, dieser Zweizeiler ein Lied aus der ״Brautzeit״ sein: der Dichter, der nach der glücklichen Vereinigung der Beiden sie in die vergangene Zeit zurückblicken lässt, erinnert damit an ihr Sehnen und Suchen von damals. Die wahre Erklärung gibt aber erst nun das folgende Kapitel, mit seiner Fragestellung: LiebesBed oder Allegorie? (Fortsetzung folgt.) Im מרחשון הבע׳י׳ל wird das von R. Israel Hildesheimer gegründete Rahhinerseminar zu Berlin das Fest seines fünfzigjährigen Bestehens feiern können. Aus diesem Anlass sollte eine Festschrift erscheinen, zu der eine grosse Anzahl von ehemaligen Schülern der Anstalt ihre Beiträge bereits zugesagt hatten. An den ausserordentlich hohen Kosten der Herausgabe ist dieser Plan gescheitert. Doch sollen eine Reihe wissenschaftlicher Arbeiten, die sich in den Rahmen dieser Zeitschrift einfügen, im Jeschurun Aufnahme Anden. Mit den beiden hier folgenden Arbeiten beginnen wir in den Tagen, da die Anstalt in das hundertste Semester ihrer Lehrtätigkeit eintritt, den Abdruck. Der Herausgeber.

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