Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1923)
- Date
- 1923-03-01
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Heidenheimiana 110 Heidenheimiana. Von Dr. Louis Lewin, Kattowitz. Mehr als neunzig Jahre sind seit dem Tode Wolf Heidenheims dahingegangen — die stille Gemeinde seiner Verehrer blüht fort und fort1). Wenn auch bereits viele Bausteine zu seiner Lebensbeschreibung und zur Würdigung seiner Wirksamkeit zusammengetragen worden sind2), wir besitzen noch immer keine erschöpfende Darstellung seines Lebens und Schaffens. So mag hier dasjenige eine Stätte finden, das im Zusammenhänge noch nicht erörtert wrorden ist, zumal da es als Beitrag zu einer tabula gratulatoria gedacht war, die der Festschrift zum fünfzigjährigen Bestehen unserer alma mater Hildesheimeriensis geweiht war, und letztere Wolf Heidenheim kongenial sich wissen darf. Ging doch von beiden ein breiter Strom von Thora aus, beide huldigten der Synthese von תורה und דרך ארץ, von der Lebensarbeit beider darf gesagt werden כל זמן שמזקינים דעתם מתישבת עליהם, und abseiten beider erlebte das Judentum des neunzehnten Jahrhunderts abermals die nimmermüde Variante עד שלא שקעה שמשו של בנימין וואלף [הייתהיים] זרחה שמשו של עזריאל [הילדעסהייהמער].. Wie um alle grösseren Geister hat auch um Heidenheim die Legende bereits ihre Ranken gezogen. Seine Geburt wird bald ins Jahr 1737, bald in die 50 er Jahre des achtzehnten Jahrhunderts verlegt, bald wird ״um 1754״ angegeben“3). Seiner 0 Vgl. Israelit 1917 Nr. 50 S. 11, wo von dem Plane der Gründung eines Heims für Gelehrte und Studenten berichtet wird, das seinen Namen tragen sollte. Zu den Verehrern Heidenheims zählten ferner Dr. Mose Berlin (vgl. Berliner, Targum Onkelos II, Berlin 1884 S. 225 Anm.) und der verst. Rabbiner Bamberger-Sennheim (Zuschriften an mich). 2) Monatsschrift f. Gesch. u. Wissensch. des Jiident. 1900 S. 127 ff., 1901 S. 422 ff., 549 ff., 1908 S, 870, 1904 S. 610 ff., 1905 S. 107 ff. [auch im Sonderabdruck], 1909 S. 360 ff. 3) Graetz, Gesch. d. Juden XI 183, A. Geiger, Nachgel. Sehr. II 238, 260. Ich glaubte den bestimmten Angaben Baers (Allg. deutsche Biogr. XI, 301 f.) und Carmolys (Monatsschr. 1900 S. 127, Anm. 5) und Riegers (Festschr. z. 100 jähr. Bestehen des isr. Tempels in Hamburg, Hamb. 1918 S. 20) folgend 1767 annehmen zu dürfen.