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Jeschurun · 1923-03-01 · Heft 3-4 (März 1923) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 3-4 (März 1923)
Date
1923-03-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Das Hohelied 10S Obwohl die Braut sich durch den Sonnenbrand entstellt sieht, lässt sie der Geliebte wissen, I 9 (Raschi) dass sie doch schön sei und ihre Würde durch den Arbeitsdienst nicht verloren habe; der Schmuck der güldenen Spangen kleide sie nach wie vor wie eine Edle. Das durch solche Botschaft hochbeglückte Mädchen gibt das Wort der Liebe zurück: I 13 ihre höchste Schönheit sei der Freund, zu seinen Ehren bereite sie sich vor. Wenn auch noch ihr Heim nicht vielversprechend sei 116—17 (אף ערשנו רעננה), aber ihr wirkliches Heim sei aus Zedern und Zypressen gefügt; Saron und seine Täler seien ihre wahre Heimat (II 1). Das Lied II 4—7 schildert jetzt die sich steigernde Glut der Mädchenliebe, wie trunken fühlt sie sich, in ungeheurer Erregung der Seele, ohne inneres Gleichgewicht; daher eine flehentliche Bitte, ihre Gefühle nicht noch zu erregen und zu steigern, damit sie sich nicht selbst verliere. Da kommt denn der Ruf des Bräutigams 118—15. Aber sie selbst hält den Augenblick noch nicht für gekommen, der Aufforderung zu folgen. Noch sind die Schatten nicht gewichen (II16—17) und sie entlässt den Geliebten wieder. Aber in grösster Sehnsucht verzehrt sie sich (III1—5) um den fernen Freund, bis in den Traum hinein begleiten sie die Wünsche und Hoffnungen auf ihr kommendes Glück, und so fühlt sie das Wogen der Empfindungen immer stürmischer im Busen, die kleinste Erregung kann es zum Ueberschwellen bringen. Und haben wir Salomo gesehen am Tage seiner Vermählung (III 6—11), so gibt IV 1—7 das köstliche Erstaunen des jungen Gatten über die erst jetzt sich erschliessenäe Schönheit der Braut, die er aber noch nicht sogleich heimführt, (wie ja nach jüdischem Gesetz die Vermählte ארוסה im Hause des Vaters bleibt, and erst später endgültig ins Haus dem Manne folgt), bis die Heimführung ins Heimatland und Gattenhaus mit feierlichem Hochzeits- und Einzugsliede IV 8—V 1 sich vollzieht. Jetzt ist sie ganz sein Weib, deren Keuschheit sich ihm beglückend aufschliesst (12), die Edenshauch ihm in sein Leben bringt.

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