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Jeschurun · 1923-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1923) · page 95

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
10 (1923)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1923)
Date
1923-01-01
Page
– (sequence 95)
Language
German
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Bücherbesprechungen 93 Bücherbespreehungen. Kommentar zum Neuen Testament aus Talmud und Midrasch. Hermann L. Strack und Paul Billerbeck haben in 1?jähriger gemein י samer Arbeit einen , ,Kommentar zum N. Test, aus Talmud und Midrasch“ geschaffen, der bei Beck in München zu erscheinen beginnt. Das reiehe Material ist auf 4 Bände verteilt worden, von denen der 1. das Mathäusevangelium (1055 S.!), der 2. Markus, Lukas, Johannes und die Apostelgeschiehte, der 3. die Briefe und die Offenbarung Johannis, der 4. ״Abhandlungen zur neutestamentlichen Theologie und Archäologie“ zum Gegenstand hat. Es liegt mir durch die Güte des Verlags schon jetzt der 1. Band vor. Er bietet, eng zusammengedrängt, eine Fülle von Material,' und zwar nicht mehr in Form kurzer Glossen, sondern meist in Form von zusammenfassendem Text, dem dann in Kleindruck die rabbinischen Belege folgen, ausserdem in der Form von kleineren und grösseren Monographieen, die die Einzelthemata systematisch behandeln. Die grosse Bedeutung dieses Werkes für die neutestamentliche Wissenschaft, der es völlig unentbehrlich ist, besteht darin, dass es zweifellos endgiltig die. Unterschätzung der Bedeutung der rabbinischen Forschungsrichtung für das wissenschaftliche Verständnis des N. T. beseitigen wird. Leider erlebt H. L. Strack die Wirkungen dieses, seine Lebensarbeit krönenden Werkes nicht mehr. Er ist kürzlich gestorben. Aber diese Wirkungen werden sicherlich sehr tief gehen und lange Zeit andauern. Dennoch liegt nun die Sache nicht so, als ob nunmehr für die rabbinische Foschungsrichtung am N. Test, alles getan sei und man sich bei Str.-Bill. beruhigen könne. Nach wie vor bedürfen eine ganze Reihe rabbinisch^r Werke der Uebersetzung ins Deutsche, ausserdem fehlen noch viele Indices, ebenso viele Monographieen. Vor allem lässt die Einstellung des Werkes von Str.-Bill. •auf die Realien, auf den Inhalt vielfache Wünsche unbefriedigt, die grade jetzt von neutestamentlicher Seite her lebhafter als früher erhoben werden und die Form den genauen Wortlaut der rabbinischen Materialien betreffen. Sichtlich in dem Bestreben, möglichst viel auf engstem Raume zu bieten, hat Str. die Stoffe eng zusammengedrängt, auch vielfach im Wortlaut gekürzt, ferner auf die Darbietung des Wortlauts der Originaltexte verzichtet, letztere wohl unter dem Druck der heutigen finanziellen Schwierigkeiten. Wer also unter den jetzt in der neutestamentliehen Wissenschaft im Vordergründe stehenden ,,formgeschichtlichen“ Gesichtspunkten das von Str.-Bill. Gebotene durcharbeitet, wird auf Schritt und Tritt eigene Zusammenstellungen, Ergänzungen, Nachprüfung der Uebersetzungen nötig haben. Vielfach sind die Uebersetzungen derart, dass sie, meist, um Platz zu sparen und den Text zu verdeutlichen, die Eigenart des Textes verwischen. Eine der Arbeiten zukünftiger Generationen von Neutestament lern wird also darin bestehen, zu Strack’s־ Texten die Originale hinzuzufügen und jene zahlosen Einzelheiten auf Grund der Originale zu korrigieren.־ In Kürze einige Belege: Qid. 71 a (S. 1 bei Str.־ Bill) ist ״qosim attem mesimim li ben £enai“ übersetzt: ,,Dornen

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