Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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74 Die Aussprachegruppen usw. europäischen Interesse8. Ausserdem fehlen für jene Gebiete sichere geschichtliche Nachweise, und schliesslich haben wir hierzulande, im Gegensätze zu den vorher besprochenen Gruppen, keine Gelegenheit, die Idelsohnschen Wahrnehmungen durch Ohrenzeugenschaffc zu kontrollieren. Anstatt hier also einfach Idelsohns Darlegungen zu referieren, kommen wir nun zum Schluss zu Überblick und Ausblick. Es giebt also zwei aschkenasische, eine temanische, zwei sefardische und zwei bis drei aussereuropäische Gruppen von Aussprachen des Hebräischen; es ist unmöglich, ihre Entstehung auf einen Normal- oder Urzustand zurückzuverfoigen. Durch alle Geschicke und Leiden Israels hat uns diese Betrachtung geführt. Wir Heutigen hoffen auf eine baldige Sammlung Israels im Lande der Väter und im Sinne der Lehre der Väter. Wie wird es nun möglich sein, bei diesem Zusammenkommen eine gemeinsame Sprache zu verabreden? Wird eine der heutigen Aussprachen diese Ehre geniessen? Es giebt hierauf zwei Antworten, eine idealistische und eine vorläufige. Die idealistische Antwort lautet: Wenn schon alle Menschheit dereinst eines Sinnes wrerden soll, nun wieviel leichter muss es der messianiseben Zukunft werden, uns, die Söhne eines Vaters, die auf aller Welt die gleichen Geschicke erlitten haben, aufs Neue auch sprachlich zu einigen. Die vorläufige Antwort lautet: Es gibt ja schon heutzutage kein Missverständnis zwischen einem Talmudschüler aus Kowno und einem solchen aus Fez, einem aus Jerusalem und einem aus Frankfurt; die Worte der Thora, die unser Leben sind, besiegen schon heute alle Aussprache Verschiedenheiten und machen uns zum einen Volke des einen Gottes.- Nachbemerkungen• 1 Bezüglich der vorislamitischen Judenheit Spaniens hatten wir oben feststellen müssen, dass wir von ihrer Aussprache des Hebräischen keine Kunde haben. Hierbei ist zu beachten, dass sich Jebamoth 115b zwar ein Hinweis findet, nach welchem von Babylon Uebersiedlungen nach Spanien vorkamen, — dass aber,