Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
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72 Die Aussprachegruppen usw. spräche als einfaches t. Hiervon macht nur ein von I. nicht notierter Bezirk Anatoliens eine Ausnahme. Ausserdem ist sefardisches Gemeingut die nichtdiphthongische Aussprache des Cholem und des Zere. Nur klingen diese Laute im arabischen Gebiete offen, ebenso, was I. nicht notiert, in Brasilien, Suriname, Cura$ao. In Maghreb, d. i. in Marokko hat die sefardische Aussprache merkwürdige Formen angenommen. Dort sind im 16. Jhdt. die Portugiesen, d. h. Westsefardim eingewandert und hatten damals grosse Streitigkeiten mit den eingesessenen Ostsefardim um ihre Gleichberechtigung in jüdischen Gemeinden auszufechten, — also ein anderes Tableau als in Europa, wo sie den Aschkenasim gegenüber die Grandseigneurs spielen konnten, oder, wie Sombart sagt, als Aufsichtsbehörde über den Kandel der Aschkenasim von der Regierung gebraucht wurden. Trotz alledem ist die marokkanische Judenheit später, abgesehen von einigen westsefardisch gewordenen Hafenstädten, rein ostsefardisch geblieben. Die noch in der Mitte vorigen Jahrhunderts blühenden Thorazentren Mittelmarokkos hatten eine stark aus ost- und westsefardischen Elementen organisch verwachsene Aussprache. Die dortige Aussprache unterscheidet sich von sonstiger ostsefardischer hauptsächlich in den gleichen Teilen, in welchen auch das Arabische in Marokko vom sonstigen Arabisch abweicht. Sie hat jedoch von den Westsefardim die echthebräische Betonung ohne arabisiertes Schweben. Ideisohn notiert als Eigenheit Marokkos das Gleichklingen des ת (rafe) mit tz. Richtiger wäre wohl tzj; und vor allem ist diese Aussprache auch auf ת (dagusch) zu beziehen. Nicht berücksichtigt ist bei I. das ק der Maghrebiner, das wie Spiritus asper klingt. Die Ursache dieser Erscheinung ist noch nie erforscht worden, ist aber dem Ohrenzeugen klar. Einen Beweis für diese ״Ueberspitzigkeit“ der marokk. Ausspräche sehe ich ferner darin, dass die Leute dort, wenn sie hebräisch schreiben, das S c h e w a nach den nicht emphatischen Buchstaben, besonders nach נ und r., mit י piene schreiben, als sei es ein langes 1. — Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, dass Cohn -Eschweges Ablehnung der Josef Kimchischen Leseweise