Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 10 (1923)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1923)
- Date
- 1923-01-01
- Page
- – (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die AussprachegTuppen usw. 69 in diesem Prokrustesbette zu Ncoeos, עזרא. zu Esopa?. Unter dieser Schminke aber leuchtet das gesunde Gesicht des sefardischen Hebräisch hervor; — von bereits genannten Ausnahmen abgesehen. Mit den Griechen und Christen der ersten Jahrhunderte verkehrten. weniger palästinische als ägyptische Juden. In ihren Schriften haben wir also einen Beweis dafür zu sehen, dass sefardische Aussprache in Aegypten damals vorkam. Die nächsten Belege sefardischer Aussprache stammen aus spät- und aus nachtalmudischen Jahrhunderten, und zwar handelt es sich um die Bibelhandschriften der babylonischen Punktation des 8. und 9. Jahrhunderts. Die rein babylonischen Punktation ist sehr verschieden von der bereits erwähnten jemenischen. Sie ist allerdings auf ein im späteren Sefardischen nicht mehr wabrzunehmendes Zusammenfällen von kurzem a mit kurzem ä eingerichtet. Betrachtet man jedoch ihre Konsonanten diacritica, ihre Lautabweichungen gegenüber dem westlichen System und nicht zuletzt auch ihr Tonzeichenwesen, so gelangt man zu der Erkenntnis, dass ursprünglich diese babylonische Punktation die Schrift der sefardischen Aussprache war, ja dass sogar vielleicht die sefardische Aussprache nach Abkommen der babylonischen Punktation durch Benutzung der!iberischen verändert und verfälscht wurde. Wie schwer sich die Sefardim an die tiberische Punktation gewöhnt haben, zeigt K a h 1 e an einigen Handschriften, in denen jedes kurze Kamez gleich Chatuf (־*־:) geschrieben ist. Jedenfalls ersieht man aus vorerwähnten Handschriften, dass im 7.—8. Jahrhundert sefardisch sprechende Juden in Babylonien wohnten und wahrscheinlich auch die in Babylonien wohnhaften Amoraim dieser Aussprache angehörten. Es scheint fast, als hätte sich die sefardische Aussprache zunächst in denjenigen Ländern herausgebildet, in welchen schon zu Zeiten des zweiten Tempels Juden sich an gesiedelt hatten, — als sei sie damals eine Art Auslandshebräisch gewesen. Vom späteren Sefardisch unterscheiden sich die babylonisch punktierten Texte nun aber vor allem ganz erheblich durch die Behandlung der veränderlichen Stammvokale. Darin haben diese Texte, wie es zunächst scheint, eine Grammatik für sich. Sie